Frische Themen

Die politische Geschichte der Phoenix

Teil 1: Von den Anfängen bis zur Entnazifizierung (1856-1948)

Die Phoenix Gummiwerke Aktiengesellschaft war gut 150 Jahre lang der prägende Industriebetrieb Harburgs. Die Belegschaft erreichte zeitweilig Stärken von über 10.000 Menschen, mit dem für Harburg typischen Mix aus einfachen, harten, oft gesundheitsschädlichen körperlichen Tätigkeiten, qualifizierter Fach- und Meisterarbeit sowie wissenschaftlich ausgebildeter Ingenieurkompetenz. Die Fabrik war in der Stadt stets allgegenwärtig - als Arbeits- und Ausbildungsort, als Namensgeber eines ganzen Stadtteils, als Emittent von Ruß und strengen Gerüchen, als Keimzelle einer großen und starken Arbeiterbewegung. Und auch den bürgerlichen Kindern der höheren Schulen war sie ein Begriff: "Geh doch zur Phoenix!", so lautete eine oft gehörte, durchaus ernst gemeinte Aufforderung vieler Lehrer, wenn ihnen Schülerleistungen nicht genügten.

Wenig bekannt, zumeist verklärt ist aber die Art und Weise, in der die Eigentümer und Manager der Phoenix die wirtschaftliche und soziale Bedeutung des Unternehmens in politischen Einfluss ummünzten. Um diese Geschichte, die wenig mit Demokratie zu tun hat und auch nicht immer schön zu erzählen ist, soll es im folgenden gehen.

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An den Krankenbetten des Kapitalismus

Ansätze sozialdemokratischer Medizinreform in Hamburg 1919 - 1933

"Es ist außerordentlich bedauerlich, dass gerade die Ärzte, die doch Tag für Tag das unselige Elend unserer minderbemittelten Bevölkerung sehen, in ihrer überwiegenden Mehrheit heute noch den reak­tionären Parteien angehören. Das ist für mich stets ein Problem gewesen, das ich kaum habe verstehen können."

Andreas Valentin Knack, auf dem SPD-Parteitag 1920

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Johann Christoph Neve (1844-1896), Teil 2

Anarchistische Praxis. Aus Neves Briefen an Victor Dave 1885 bis 1887

Der frühe deutsche Anarchismus zeigte viel individuellen Tatendurst und war dennoch vor allem textlastig. Ihm fehlte der gewerkschaftliche Boden der anglo-amerikanischen oder die örtliche Verwurzelung der südeuropäischen Anarchisten. Neve wollte diese Mängel überwinden. Insofern lohnt es sich, ihn bei seinen Handlungen zu begleiten, seinem „daily work“ sozusagen. Und ihn dabei selbst zu Wort kommen zu lassen, durch Zitate aus seinen Briefen an seinen engsten Freund und Vertrauten, den Belgier Victor Dave, der nach Most`s Weggang zum politischen Zentrum des „Freiheit“-Netzwerks in London geworden war. Diese Briefe sind bislang kaum ausgewertet worden, vermutlich nur von Rocker und Nettlau, möglicherweise auch von Becker, aber von allen genannten nicht wirklich gründlich.

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Neue Aktenfunde zu Widerstand und Verfolgung

Ein Nachtrag zum Buch „die anderen“

Im Februar 2005 erschien die erweiterte Ausgabe des Buchs „die anderen. Widerstand und Verfolgung in Harburg und Wilhelmsburg. Zeugnisse und Berichte 1933 -1945.“ Wir hatten damals umfangreiche Archivrecherchen vorgenommen und konnten sicher sein, den Gegenstand im Wesentlichen erfasst zu haben... aber natürlich sind seitdem wichtige Details neu erforscht und wichtige Verfolgtengruppen komplexer begriffen worden. Diese Erkenntnisse sind in die Publikation „Stolpersteine in Hamburg-Harburg und Hamburg-Wilhelmsburg“ weitgehend eingeflossen. An dieser Stelle sollen weitere Aktenfunde beleuchtet werden, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden.

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Johann Christoph Neve (1844-1896)

Teil 1: Sozialrevolutionär aus Uelvesbüll

In der englischen und amerikanischen „Community“ der Anarchisten und Anarcho-Syndikalisten ist „John Neve“ fester Bestandteil der identitätsstiftenden Erinnerung. Er gilt hier als der Prototyp des aufrechten, unerschütterlichen und unbestechlichen Revolutionärs, der ohne jede Eitelkeit und unter großen persönlichen Opfern die Sache des Volkes vertrat. Sein Nimbus gleicht dem des Sozialisten August Bebel oder des Anarchisten Erich Mühsam in Deutschland. Wer war Neve, der aus seinem kleinen nordfriesischen Heimatdorf bis nach London, Paris und Amerika gelangte, um schließlich nach neun Jahren Einzelhaft im Berliner Gefängnis Moabit zu sterben? Achtung: Kein Harburg-Thema!

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Tucho und Harburg?

Mehr so indirekt...
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Kurt Tucholsky liebte Hamburg über alles, für ihn war es die schönste Stadt Deutschlands. Harburg wird er in dieses Urteil nicht eingeschlossen haben, zumal dieses eigenartige Gebilde zu seinen Lebzeiten noch nicht zu Hamburg gehörte. Aber dennoch stand Tucholsky auch mit Harburg in Verbindung – und zwar indirekt, durch seine Frau Mary Gerold und durch seinen besten Freund „Karlchen“, den Juristen Erich Danehl. Deren Harburg-Bezüge werfen zugleich Schlaglichter auf die bewegende politische Ereignisgeschichte unserer Stadt.

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Balatros – ein Walross im Gummigeschäft

Harburger Traditionsfirmen und ihre Logos, Teil 1

Mit dem zum Walross stilisierten B und der massiven Schrift fällt das Balatros-Logo sofort ins Auge. Es entstand 1931, als das Harburger Unternehmen H. Rost & Co. die Marke Balatros schuf. Die von Rost produzierten Transport- und Förderbänder sollten auf dem Markt eindeutig erkennbar und von der Konkurrenz zu unterscheiden sein.

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W Wilchjelmsburgje

Ich bin mit einer kleinen Aussiedlerin aus Wilhelmsburg befreundet.
Kasachstan Pavlodar

Sie lebt im Hochhaus – aus Prinzip.
Sie ist stark, weiß was sie erreichen kann und will und nix hält sie davon ab. Sehr russisch.
Sie ist nicht reich, aber schick.

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Der Wandervogel

Ernst Riggert 1902 - 1977
Riggert

Harburg in den 1920er Jahren – das war eine Reformschmiede, trotz aller wirtschaftlichen Probleme. Die solide Majorität der Linken eröffnete Spielräume der Gestaltung. Das zog helle Köpfe an, vor allem aus dem Spektrum der Sozialdemokratie und der sozialistischen Linken. Einer von ihnen war der Volksschullehrer und Gewerkschafter Ernst Riggert. Ihn interessierte das Harburger Experiment der Freien Weltlichen Schulen. 1933 rettete er sich vor den Nazis ins Exil. 1940 im besetzten Dänemark eingefangen, wurde er nach Zuchthaus und KZ in Hamburg in den 1950er Jahren zum Kalten Krieger.

 

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Ein Harburger Kommunist

Harry Naujoks 1901-1983
Harry Naujoks

Harry Naujoks war ein typischer Vertreter der Harburger KPD: Lehrling, dann Facharbeiter im industriellen Großbetrieb, geprägt als noch junger Mann durch die Revolution im November 1918, die Generalstreiks der Folgejahre, den beharrlichen Aufbau der Partei- und Gewerkschaftsarbeit. Seit 1933 in Haft, übernahm er 1939 eine schier unlösbare Aufgabe: „Lagerältester“ der Häftlinge im KZ Sachsenhausen.

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