Frische Themen

Seine Odyssee durch deutsche Kriegsgefangenenlager führte den Franzosen René Schilling 1944 auch nach Harburg

Schillings Lebensgeschichte fasst drei epochale historische Gegebenheiten wie in einem Brennglas zusammen: die Terrorherrschaft der deutschen Wehrmacht über Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im besetzten Europa, die Rolle der deutschen Rüstungsindustrie bei der Fortführung des Krieges, und nicht zuletzt die kollektive und individuelle Kampfbereitschaft und Entschlossenheit vieler Kriegsgefangener in der Gefangenschaft.

Teil 3: Arbeit am Stift

Ende April 2021 starb der Unternehmer Carl-Wilhelm Edding im Alter von 90 Jahren in Hamburg. Sein Erfolgsprodukt – der populäre Filzmarker edding – wurde zu einer der ganz großen und starken Hamburger Marken wie Nivea, Tesa oder Montblanc, und damit zu einem Musterbeispiel werblicher Kreativität und sorgfältiger Markenpflege. Dabei hatte wieder einmal der Hamburger Werbeberater Jürgen Burkhart seine Finger im Spiel.

Ein Antifaschist aus Hamburg-Winterhude

Erwin (das war sein Rufname) Wagenknecht war einer der vielen Antifaschisten, die den 2. Weltkrieg nicht überlebten und darum auch kaum Gelegenheit hatten, Spuren zu hinterlassen und ihre Erlebnisse zu überliefern. Bis jetzt lag nur ein kurzer Auszug zu seiner Person aus einer Anklageschrift der Hamburger Generalstaatsanwaltschaft am Hanseatischen Oberlandesgericht vom 27.12.1934 vor. Ursel Hochmuth kannte diesen Auszug, sie konnte mit seiner Hilfe Wagenknecht dem kommunistischen Jugendverband KJVD und der Gruppe der widerständigen „Lichtwarkschüler“ zuordnen.

Aus Anlass des 150. Geburtstages der Postkarte im deutschen Postangebot

Ein Freund aus dem Hamburger Norden bereitet eine Ausstellung zur Arbeiterbewegung vor. Ich habe ein paar Beiträge übernommen, man tauscht sich aus. Dann schickt er mir ein Motiv aus seinem Fundus, datiert auf 1926 und mit einem geheimnisvollen Harburg-Bezug. Er könne daraus nicht schlau werden und ich sei ja … usw. Das wurde zum Weckkuss für eine kleine Recherche, die „nicht mehr Sichtbares“ erfahrbar machte.

Drei Harburger Frauenleben

Diese Website redet (und redet) fast nur über Männer. Weil die Vergangenheit männerdominiert war? Ja klar, aber trotzdem blöde Ausrede: Frauen gabs ja wohl immer, die Version der Bibel mal ausgenommen. Frauen-Existenz aufzufinden, das ist die Aufgabe. Gut, die Quellenlage ist in dieser Hinsicht gemeinhin mies. Aber Geduld hilft. Hier ein weibliches Spotlight, mühsam zusammengeklaubt in der sozialistischen Hochburg Harburg-Wilhelmsburg.

Ein Beitrag zur Ausstellung "Wie geschnitten Brot" in Dortmund

Vom 31. August 2019 bis zum 29. September zeigt der kunstbetrieb in Dortmund Werke verschiedener Künstler*innen. Angela Jansen beteiligt sich daran mit ihrer Arbeit „Land in Sicht“, die fotografierende Fahrgäste auf der Fähre Hirtshals (Dänemark)–Seydisfjördur (Island) zeigt.

Die USA aus europäischer Sicht

In den USA war ich nie und werde ich nie sein. Aber ich habe, neben meiner unrettbar USA-dominierten Musiksammlung, drei USA-Ecken in meinem Bücherschrank, die mir viel bedeuten. Zum einen die literarischen Realisten von Twain über Dos Passos und Lewis bis Faulkner, dann die frühen Comics von Feininger, Herriman und, ja, auch Disney, schließlich die Reiseberichte europäischer Intellektueller über ihre Wahrnehmungen im Land. Um letztere soll es hier gehen.

Polizeiliche Gewalttäter in Harburg 1933 bis 1945

Hin und wieder werde ich gefragt, ob denn schon genug geforscht wurde, wer die Vollstrecker der nationalsozialistischen Verfolgungen in Harburg waren, und ob und wie sie zur Verantwortung gezogen wurden. Sicher nicht genug, war meine Antwort, aber ich hatte immer die Hoffnung, aus der starken Beschäftigung Hamburger Historiker*innen mit Polizeitätern würde auch mal etwas für Harburg abfallen. Fiel bisher aber nicht. Deshalb hier eine erste Skizze des wesentlichen Täterpersonals vor Ort. Sie soll eine Bestandsaufnahme bieten und zur Ergänzung einladen.

Globalisierung historisch - und wie sich das Blatt wenden kann

In diesem Mai war ich wieder auf Island, meine Nichte besuchen und die Nordküste erleben, die ich noch nicht kannte. Dabei tauchte ich in ein Thema ein, das mich beim letzten Besuch infiziert hat: die Fischerei an Islands Küsten. Das hat viel mit meinen Lieblings-Reiseländern Frankreich und Dänemark zu tun, und auch mit meiner Heimat Hamburg.

Mein Urgroßonkel Max Lücke

Unverheiratet wie ich bin, trage ich trotzdem einen Ehering – und zwar den einer unglücklichen Ehe. Er erinnert mich an Tante Anna und ihren Ehemann Max Lücke. Geheiratet haben die beiden am 18.11.1919. Wie es ihnen danach erging, erzählt dieses „frische Thema“.