Frische Themen

Erinnern ans Vergessen

Eine Ausstellung von Normann Seils im großen Saal der Kulturwerkstatt Harburg
Normann Seils: Foto eines Demenzkranken

Das Konzept. Fünf (Selbst-)Portraits von Menschen, die an Demenz bzw. Alzheimer erkrankt sind. Normann Seils fotografierte jeweils die Person - präsentiert wird das Portrait überlebensgroß - und machte dazu ein Tonbandinterview. Über Kopfhörer kann man sich das Interview anhören und dazu das Gesicht der Person betrachten.

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Traditionspflege für Bürgerkrieg und Massenmord?

Der „Finnentag“ in Hohenlockstedt

2013: Alte Kameraden aus Finnland und Deutschland erfinden den Ersten Weltkrieg neu – gegen Rote und Russen war’s ein Kampf für Freiheit und Demokratie. Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, verantwortlich für die Auslandseinsätze deutscher Soldaten in Afghanistan, Mali und anderswo, ist mit Engagement dabei.

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Auf dem Olymp der Reichen und Mächtigen

Zur Sozialtopographie des Eißendorfer Pferdewegs und seiner Umgebung 1942

Den Pferdeweg säumen die größten, prächtigsten Villen Harburgs, umgeben von parkähnlich angelegten Grundstücken, entstanden überwiegend in den Jahren zwischen 1910 und 1940. Wer wohnte hier? Und warum? War die Nachbarschaft nur aus gemischtem Zufall entstanden, je nach Dicke der Brieftasche, altem Grundbesitz oder Erbenglück? Oder gab es auch hier, wie bei den Arbeiterwohnungen in der Hoppenstedtstraße, einen heimlich wirksamen Schlüssel der Auswahl?

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Phoenix – aus einem genialen Schriftzug nichts gemacht

Harburger Traditionsfirmen und ihre Logos, Teil 3: Phoenix

1856 gründeten Albert und Louis Cohen in Harburg die erste deutsche Weichgummifabrik. Über die politische Geschichte der Phoenix schreibt Christian Gotthardt auf dieser Website: Teil 1 (1856-1948)  und Teil 2 (1949-2004). In diesem Beitrag geht es um die Logo-Geschichte des Unternehmens.

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Das liberale Bürgertum lässt schießen

Die Harburger Reichstags-Stichwahl am 17. August 1878 und ihr blutiges Ende

Verlust der politischen Macht – das ist die Kulisse, in der die herrschenden Eliten in Deutschland die Nerven verlieren und zur Gewalt greifen. Es folgen dann aufeinander parlamentarische und exekutive Rechtsentwicklung, Straßengewalt, Verfassungsbruch, Polizeiwillkür und juristische Verfolgung in unvorhergesehenem Ausmaß und atemberaubender Geschwindigkeit. So geschehen 1878 und 1932/33. Dass heute eine ähnliche Entwicklung möglich ist, wollen erst wenige erkennen.

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Arbeiteraristokratie in der Hoppenstedtstraße

Harburger Sozialtopographie 1932

Die Hoppenstedtstraße erzählt ein starkes Stück Harburger Geschichte. Ihre Anlage und Ausgestaltung sind der in Stein gefasste Ausdruck sozialdemokratischen Führungsanspruchs. Sie zeigt den damaligen kulturellen Aufbruch in „Neues Bauen“ ebenso wie ein bedenkliches Maß an Selbstbedienungsmentalität und Klientelpolitik. Wer Erklärungen für das Scheitern einer Einheitsfront gegen den Faschismus sucht, muss auch solche Kapitel aufschlagen.

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Gummikamp, Hercules und Sägemann

Harburger Traditionsfirmen und ihre Logos, Teil 2
Logo NYH

Die New York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie, kurz NYH, wurde von den Harburgern gern „Gummikamp“ genannt – intelligent zusammengezogen aus „Kamm“ und „Compagnie“, zwei Namensbestandteilen der Ursprungsfirma an diesem Standort. Im Folgenden geht es um einen speziellen Ausschnitt der Firmengeschichte: um das Unternehmenslogo und die Markenzeichen.  

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Meine fünf Syrer

Menschen im Nebel

Seit zweieinhalb Monaten bringe ich fünf Syrern Deutsch bei. Jeden Tag vier Schulstunden. In einer Gewerbeimmobilie zwischen Tierarztpraxis und Autohändler. Einer dieser im Oktober 2015 beschlossenen Einstiegskurse für Asylbewerber mit „guter Bleibeperspektive“.

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Carl Blohm 1886 - 1946

Maler der Marschen

Kritische LeserInnen dieser Website haben es vermutlich längst gemerkt: Sie ist multipolar. Da ist die Stadt Harburg, ihre industrielle Blütezeit in den Jahren 1870 bis 1970. Ebenso die industrielle Arbeiterbewegung als solche. Dann die Lebenserfahrungen meiner Herkunftsfamilien. Und schließlich weitere Assoziationsgeflechte, die sich von diesen Polen verzweigen. Carl Blohm ist Ast in einem solchen Geflecht. Sein Werk berührt mich auf vielfältige Weise.

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Onkel Karl und die gefangenen Rotarmisten

Eine Diaserie von 1942 aus dem Kriegsgefangenenlager Zeithain

In einem alten hölzernen Diakasten fanden sich zwischen Urlaubsmotiven 15 Farbdias, die auf den ersten Blick als Aufnahmen aus dem Inneren eines Gefangenenlagers im II. Weltkrieg kenntlich waren. Die Gefangenen konnten aufgrund ihrer Uniformen leicht als Angehörige der Roten Armee identifiziert werden. Weitere Aussagen, etwa zu Ort, Zeit und Motiv der Aufnahmen oder zu den Bewachern, ließen sich nach Analyse des Überlieferungskontextes und der Person des Fotografierenden treffen. 

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