Gestapo, Kripo, Schupo

Polizeiliche Gewalttäter in Harburg 1933 bis 1945

Text: Christian Gotthardt
Veröffentlicht im Juli 2019

(1) Polizeirevier Nöldeckestraße in aktiver Zeit.

Hin und wieder werde ich gefragt, ob denn schon genug geforscht wurde, wer die Vollstrecker der nationalsozialistischen Verfolgungen in Harburg und Wilhelmsburg waren, und ob und wie sie zur Verantwortung gezogen wurden. Sicher nicht genug, war meine Antwort, aber ich hatte immer die Hoffnung, aus der starken Beschäftigung Hamburger Historiker*innen mit Polizeitätern würde auch mal etwas für Harburg abfallen. Fiel bisher aber nicht. Deshalb hier eine erste Skizze des wesentlichen Täterpersonals vor Ort. Sie soll eine Bestandsaufnahme bieten und zur Ergänzung einladen.

Im Folgenden beginne ich mit dem Personaltableau der Harburger Polizeileitung in den Jahren 1933 bis 1945 und einigen Literaturhinweisen zu den genannten Namen. Es folgt eine Darstellung der Abteilungen Gestapo, Kriminalpolizei und Schutzpolizei. Sie enthält jeweils Bemerkungen zu ihrer Entwicklung sowie die Namen und biographischen Kerndaten ihrer Mitarbeiter. Wo zum Mitarbeiter aufschlussreiche Quellen erschlossen werden konnten, sind die Mitteilungen zu einer ausführlicheren Darstellung erweitert. Den Schluss bildet ein kurzes vorläufiges Fazit.

Leiter des Polizeipräsidiums/ der Polizeidirektion/ des Polizei-Abschnitts VIII Harburg-Wilhelmsburg

  • Christiansen, Carl, Korvettenkapitän d.R., geb. 1884, von Bremen, Dienst in Harburg 16.2.1933 bis 31 7.1934. Eintritt in die NSDAP 1.4.1933. Versetzt nach Magdeburg in gleicher Funktion
  • Diepenbroick-Grüter, Jürgen Freiherr, von Münster, Dienst in Harburg seit Anfang 1933 als Abteilungsleiter Politische Polizei/Gestapo, von 1.8.1934 bis 7.1.1935 als Polizeipräsident. NSDAP, SA, verzogen nach Frankfurt a. M.
  • Stange, Albert, geb. Plauen 17.1.1899, Staatsrat, wohnte Kiefernstr. 10, von Erfurt 6.12.1934, 17.7.1939 verzogen nach Emmelndorf bei Hittfeld. Dienstzeit in Harburg 29.10.1934 bis 30.9.1935. Vertreter: Joseph Wolff, Regierungsrat, Heimfelder Straße 97, von Kempen/ Niederrhein. Stange trat ab wegen eines "Trunkenheitsvorfalls".
  • Loeffel, Rudolf, geb. Mannheim 6.7.1887, Polizeidirektor, von Staatspolizeileitstelle Lüneburg, Dienstzeit 3.12.1935 bis 31.3.1936 (Polizeipräsident), 1.4.1936 bis 31.3.1937 (Polizeidirektor), Vertreter: Joseph Wolff. Nach der Eingemeindung Harburgs in den Stadtstaat Hamburg 1937 ging Loeffel in den Polizeidienst in Weißenfels/ Saale und sein Vertreter Wolff in die Hamburger Verwaltung.
  • Grafe, Walter, Dr. iur., Regierungsrat, Leiter von Abschnitt VIII der Hamburger Polizeidirektion (Polizeiamt Harburg, Georgstr. 7): 1.4.1937 bis (keine Angabe), Vertreter: Echterhoff, Theodor, geb. 12.12.1875, gest. 31.1.1946, Polizeirat, Brahmsstr. 8.

Stab des Polizeipräsidenten:

  • Fritze, Ludwig, Polizeirat, Haakestr, 34 (bis 1934, 1935 nicht mehr in Harburg), Echterhoff, Theodor, Polizeirat, Wallstr. 49, bis (keine Angabe).
  • Muenstedt/ Münstedt, Wilhelm, geb. 4.10.1913, Polizeiinspektor, SS, bis (keine Angabe).[1]

Unterhalb der zentralen Leitung umfasste der Harburg-Wilhelmsburger Polizeiapparat alle typischen Polizeifunktionen einer Großstadt, also auch Fremden- und Passpolizei, Veterinär- und Hygienepolizei, Meldewesen, Gewerbeaufsicht, Verkehrspolizei usw. Am stärksten prägte sich der besondere Charakter der nationalsozialistischen Polizei jedoch in ihren Abteilungen Politische Partei/ Gestapo, Kriminalpolizei und Schutzpolizei (einschließlich der Bereitschaftspolizei) aus. Diese drei Abteilungen werden im Folgenden näher betrachtet. Die Angaben zum Personal sind dabei notgedrungen lückenhaft, da seit 1938/1939 keine Mitarbeiternamen mehr in den Adressbüchern genannt wurden und zudem zahlreiche Abstellungen von Polizeibeamten zum Dienst in Polizeibataillonen der Wehrmacht, im Sicherheitsdienst (SD, in besetzten Gebieten im Osten und Westen Europas: eine Zusammenfassung von Gestapo, Kriminalpolizei und allgemeiner SS unter gemeinsamer Führung durch das Reichssicherheitshauptamt) oder in der Waffen-SS stattfanden.

 

 

Politische Polizei/Stapo/Gestapo

Die Kernmannschaft der späteren Gestapo ging aus der Abteilung „Politische Polizei“ der Weimarer Jahre hervor. Jene war eine von Sozialdemokraten, Liberalen und Nationalisten durchmischte Dienststelle gewesen, jedoch über ihre Leitung streng eingebunden in den sozialdemokratischen Prozess der kommunalpolitischen Strategiefindung. Die Führungsfiguren, vor allem der Polizeipräsident von Anfang 1927 bis Ende 1932, Erich Wentker, waren innerhalb der SPD geachtete Funktionsträger und Referenten, mussten sich zugleich aber auch in der innerparteilichen Debatte kritischen Fragen stellen. Diese Spitzen wurden von den Nazis Anfang 1933 sogleich entfernt.

1934 folgte die Ausmusterung weiterer moderater Kräfte. Das Präsidium versuchte, den damit verbundenen Verlust an kriminologischem Erfahrungswissen durch die Übernahme von Karrieristen aus der Kriminalpolizei zu ersetzen. Die Gestapo radikalisierte sich, wurde zugleich effizienter in ihrem repressiven Handeln. Die Mitgliedschaft der Gestapoleute in der SS wurde die Regel.

Im Krieg kam es vielfach zu Übergängen von Gestapobeamten in den SD und die Waffen-SS in den besetzten Ländern. Junge Mitarbeiter rückten nach, der Kompetenzverlust war nun abgemildert durch die Führungsstärke der Hamburger Zentrale, die gewichtige Fälle gleich selbst übernahm.[2]

Dienststelle der Stapo-/ Gestapo: Georgstraße Nr. 7, bis 1937 (heute Nöldeckestraße). Diese Dienststelle hatte den Rang einer Gestapo-Leitstelle für den preußischen Regierungsbezirk Lüneburg.

Dienststelle des 1937 in die Hamburger Gestapo integrierten Harburger Abschnitts: Außenmühlenweg 20. Die Gestapo Lüneburg wurde nun von Hamburg aus geführt.

Leiter der Abteilung: Diepenbroick-Grüter (bis zur Abberufung 1/1935 wegen Verschweigens seiner Freimaurer-Mitgliedschaft), vermutlich kommissarisch geleitet durch Polizeipräsident Stange und dessen Nachfolger Loeffel bis 9/1936, bis 9/1937 durch Helmut Bischoff, dann durch August Helms (von Hamburg aus, bis 1945).

Außenstellenleitung in Harburg ab 1937: August Meyer, Hermann von Holt[3]

(2) Villa des Maschinenbaufabrikanten Christiansen, dann des SPD-Oberbürgermeisters Dudek, ab April 1937 Sitz der Gestapo Harburg.

 

Angaben zum Personal

Beeck (Beek, Beck), Friedrich Max Detlev, geb. 5.8.1886 in Eckernförde, Kriminalsekretär, SS-Obersturmführer, Am Mühlenfeld 91, Großer Schippsee 26. Dienstzeit in Harburg 1934 bis 1937.[4] Beeck war als Vorgesetzter in der Harburger Dienststelle bei Folterhandlungen seiner Untergebenen anwesend, sie fanden vermutlich auf seine Weisung, auf jeden Fall mit seinem Einverständnis statt. Seine weiteren Dienststationen sind weitgehend unklar. In Harburg oder Hamburg ist er ab 1938 nicht mehr nachweisbar. Offenbar nahm er die Eingliederung der Harburger in die Hamburger Polizei 1937 zum Anlass, sich andernorts zu bewerben. Es mögen seine Beziehungen zum preußischen Polizeiapparat enger gewesen sein als zum Hamburger. Er war dann ab Kriegsbeginn 1939 vermutlich in einem oder mehreren der von Deutschland besetzten Ländern tätig. Im Februar 1944 finden wir ihn beim SD in den Niederlanden wieder. Er war zunächst Kommandant eines SD.Gefängnisses in Haaren, wo er durch seine Jovialität auffiel - er ließ die Insassen zu seiner Unterhaltung Fußballturniere ausrichten. Spätestens ab September 1944 leitete er ein örtliches SD-Hauptquartier nahe Enschede, eine große, prachtvolle Villa mit dem Namen Hoge Boekel. Neben Beeck und seiner Mannschaft waren 12 niederländische politische Gefangene und einige „freiwillige“ Helfer aus Deutschland (erpresste KZ-Insassen?) in der Dienstelle beschäftigt. Sie war in der Hauptsache mit ökonomischen Aufgaben befasst, etwa der Requisition landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

(3) Die Villa Hoge Boekel nahe Enschede. Heute ein Erlebnispark.

 

Am 21. November 1944 sprangen die Besatzungen alliierter Flugzeuge nahe Enschede mit dem Fallschirm ab. Ein Flugzeug dieser Gruppe landete zufällig in der Nähe der Villa. Der amerikanische Pilot, der 20-jährige Americo S. Galle, wurde von den Wachen der Villa ergriffen und im Keller eingeschlossen. Beecks oberster Vorgesetzter Schöngarth, Chef des SD in den besetzten Niederlanden, der während dieser Vorfälle anwesend war, gab wohl den Befehl, den alliierten Soldaten als Saboteur zu behandeln und hinzurichten. Er wurde in einem nahegelegenen Waldstück durch Genickschuss getötet.

(4) Der ermordete amerikanische Pilot Americo S. Galle.

 

Ein britisches Militärgericht klagte im Zusammenhang mit diesem Mord insgesamt sieben Personen wegen der Missachtung von Kriegsgesetzen an, darunter Schöngarth und Beeck. Sie und drei weitere Mittäter wurden zum Tode verurteilt und am 16. Mai 1946 im Zuchthaus Hameln aufgehängt. Die anderen erhielten langjährige Haftstrafen.[5]

Schöngarth war wie Beeck im preußischen Polizeidienst aufgestiegen. Er wirkte bis 1939 als Gestapo-Chef in Dortmund, dann in Bielefeld und Münster. 1941 wurde er Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im besetzten Polen, wo er für die Ermordung zehntausender Menschen verantwortlich war. Nach einem Zwischenspiel in der Partisanenbekämpfung in Jugoslawien und Griechenland vom Herbst 1943 bis zum Frühjahr 1944 kam er im Juni 1944 in die Niederlande, und zwar als Chef des dortigen SD. Hier ordnete er im Rahmen von „Vergeltungsaktionen“ gegen den Widerstand zahlreiche Massenmordaktionen an.[6]

Der Pilotenmord ist besonders verstörend, weil ihm keinerlei militärische, kriminologische oder faschistische Logik innewohnte außer dem entfesselten Machtrausch und dem Sadismus selbsternannter Herrenmenschen. Die Gerichtsakten vermerken durchaus irritiert, dass dem mittäglichen Mord am Vortag eine Konferenz von SD-Führern und anschließend ein Gelage („party“) vorausging, dass zwei Wehrmachtssoldaten, die vor der Haustür der Villa standen und den Piloten abholen wollten, um ihn wie die anderen Abgesprungenen ins Kriegsgefangenenlager zu bringen, von den Wachen beschieden wurde, es sei kein feindlicher Soldat im Haus, dass schließlich in den Tagen nach dem Mord bemerkt wurde, dass Beeck die Fliegerstiefel und wärmenden „Slipper“ des Piloten an seinen Füßen trug.[7]

Bischoff, Helmut, ein in Hamburg prominent angeklagter Kriegsverbrecher, in seiner Harburger Tätigkeit bislang nicht untersucht. Ich zitiere seine Biographie nach einem kürzlich erschienenen Eintrag der thüringischen Archivverwaltung:

"Helmut Bischoff, geb. am: 1.3.1908 in Glogau. Nach dem Abitur in Glogau 1926 nahm er ein Jurastudium in Leipzig und Genf auf und legte beide Staatsexamen ab. Der NSDAP trat er am 1.3.1930 (Mitglieds-Nr. 203.122) und der SS im November 1935 (Mitglieds-Nr. 272.403) bei. Zunächst beschäftigt bei den Landratsämtern Schweidnitz und Strehlau, gehörte er seit dem 1.10.1935 der Gestapo Berlin an. Ab Dezember 1935 leitete er die Staatspolizeistelle Liegnitz, ab 1.10.1936 die Staatspolizeistelle Harburg/Wilhelmsburg, ab dem 1.10.1937 die Staatspolizeistelle Köslin, ab 1940 die Staatspolizeistelle Posen, ab dem 29.09.1941 die Staatspolizeistelle Magdeburg. Er war im Rang eines SS-Obersturmbannführers Leiter des Einsatzkommandos 1 der Einsatzgruppe IV bei der 4. Armee (Aufstellungsort: Dramburg) in Polen und dort maßgeblich an der Ermordung polnischer Juden beteiligt (sog.„Bromberger Blutsonntag“), später Abwehrbeauftragter für das A 4-Programm im KZ Mittelbau Dora. In dieser Funktion war er Vertreter des Leiters des A-4-Programms Kammler. Auf Befehl des Leiters des KZ Mittelbau Dora führte er Einzel- und Massenexekutionen durch und hatte von Kammler offenbar die außergewöhnliche Vollmacht, Todesurteile gegen Häftlinge selbst zu verhängen. Nach dem Krieg tauchte Bischoff zunächst unter, wurde jedoch 1946 von der GPU in Magdeburg verhaftet. Von 1946 bis 1948 war er in einem Lager bei Magdeburg, danach bis1950 in Haft im Speziallager Nr. 2 Buchenwald, anschließendbis 1955 in der UdSSR in Haft. Von  1957 bis 1965 arbeitete er als Angestellter des DRK-Suchdienstes in Hamburg. Von 1967 bis 1970 war er Hauptangeklagter im Essener Dora-Prozess, wegen Verhandlungsunfähigkeit erfolgte jedoch am 5.5.1970 zunächst die Aussetzung und spätere Einstellung des Verfahrens."

Danach folgte ein von der der Hamburger Staatsanwaltschaft angestrengtes Verfahren wegen der Verbrechen Bischoffs in Magdeburg und Polen. Es wurde 1976 ebenfals eingestellt, aus gleichen Gründen. Die damalige Praxis solcher Verfahrenseinstellungen kommentierte der Juraprofessor Müller 2017 mit Verweis auf das Essener Verfahren gegen Bischoff so: " Dabei bedurfte es zur Verfahrenseinstellung gar keiner Verhandlungsunfähigkeit, es genügte, dass diese vielleicht einträte. So stellte das Oberlandesgericht Hamm das Verfahren gegen den SS-Obersturmbannführer Helmut Bischoff, der sich immer sehr erregte, wenn jemand seine Taten »Morde« nannte, vorsorglich ein, da ihm »bei Fortsetzung der Hauptverhandlung der Vorwurf, sich des Mordes schuldig gemacht zu haben, in einer Form wird gemacht werden müssen«, die möglicherweise »eine exzessive Blutdrucksteigerung erwarten lässt«".

Bischoff starb sehr viel später, am 5.1.1993 in Hamburg. Was Bischoff 1936/37 in Harburg zu verantworten hatte, und warum hierüber bis heute nichts bekannt ist, bedarf weiterer Untersuchung.[7a]

Dose, Hans, Kriminalbeamter, Weinligstraße 49, Dienstzeit in Harburg 1933 bis 1937, 1938 nicht mehr in Harburg. Dose war einer der gefürchteten Vollstrecker der brutalen Kommunistenverfolgungen in Harburg 1933 bis 1937. Er wechselte als Kriminalobersekretär in die Außenstelle Soltau der Gestapo Lüneburg, in deren Zuständigkeitbereich auch das KZ Bergen-Belsen lag. Dose wurde am 11.6.1945 durch die Engländer abgesetzt, über eine Internierung oder Strafverfolgung ist bisher nichts bekannt.[8]

Floreck, Kurt, geb. 1.11.1909 in Halberstadt, Kriminalassistent, SS-Unterführer, Marmstorfer Weg 162. Dienstzeit in Harburg 1943 bis mindestens 1944.

Grots, Hermann, geb. 10.3.1891 in Kirchweihe, Lindenstr. 20. Polizeiinspektor, 1933 versetzt von Kripo zur Gestapo.

Herget, Franz, Kriminalassistent. Woellmerstr. 14. Dienst in Harburg 1934 bis 1935. Bis 1944 brachte er es dann in der Gestapoleitstelle Frankfurt/ Oder zum Kriminalrat und stellvertretenden Leiter. In dieser Position war er verwickelt in die Massenerschießung von 823 Häftlingen des Zuchthauses Sonnenburg am 30./31.1.1945. [8a]

Von Holt, Hermann, geb. 1.10.1901 in Lauenbruch/ Harburg, Kriminalsekretär, NSDAP ab 1937, SS, Hastedtstr. 11. Hilfswachtmeister der Polizei Hamburg ab 1924, abgeordnet zur Gestapo ab Mitte 1933, Dienst in Harburg als Kriminalassistent der Gestapo 1936, ab 1937/ 38 kaufmännischer Angestellter, Parkstraße 16 (Tarnung ?), ab 1943 Kriminalsekretär ebenda wohnhaft, bis mindestens 1944. 1945 in Norwegen in Kriegsgefangenschaft. Holt wurde die von ihm 1950 beantragte Wiedereinstellung in den Polizeidienst 1952 verwehrt.[9]

Kiesel, Arthur, geb. vermutlich 28.3.1910 in Hamburg, Kriminalbeamter, SS, wohnte ab 1940 Bundesstr. 67 in Hamburg. Er war nur in den ersten Jahren in Harburg tätig. Kiesel war ein berüchtigter Folterer, der den möglichen Tod eines Verhafteten in Kauf nahm.[10] 1941/1942 leitete er im Rang eines SS-Oberscharführers als Kommandant das deutsche Zwangsarbeiterlager Michailowka in der Ukraine, möglicherweise als Teil des Polizeibataillons der Polizeisicherungsabteilung Duchgangsstraße IV.[11] Dort war im Wesentlichen die jüdische Bevölkerung der Region inhaftiert, um an einem großangelegten Straßenbauprojekt zu arbeiten. Wer nicht arbeitsfähig war, Kranke, Wöchnerinnen, Kleinkinder, Säuglinge, wurde in der Regel erschossen. Kiesel soll solche Erschießungen angeordnet und selbst mit vollzogen haben. Ein Hamburger Gericht sprach ihn in dieser Sache Anfang 1973  aus Mangel an Beweisen frei, weitere Maßnahmen der Strafverfolgung Kiesels sind mir nicht bekannt.

(5) Zeugenliste im Hamburger Prozess gegen Arthur Kiesel.

 

Allerdings wurde er nach 1945 offenbar aus dem Polizeidienst entfernt, das Hamburger Adressbuch verzeichnet ihn ab 1951 als „kaufmännischen Angestellten“ mit Wohnung im Heckkatenweg 1 in Bergedorf. 1956 verschwindet der Name Arthur Kiesel aus dem Adressbuch, dafür taucht neben einem schon früher erwähnten Alfred Kiesel ein zweiter Alfred Kiesel auf, erst ebenfalls kaufmännischer Angestellter, dann Kaufmann. Es könnte sich beim ersten Alfred um den Vater, Onkel oder einen älteren Bruder Arthur Kiesels handeln, der diesem eine Anstellung gewährte, die in den 1960ern dann, als der erste Alfred Kiesel in Rente ging, zur Inhaberschaft wurde, sowie um einen verdeckten Namenswechsel Arthur Kiesels zur Camouflage. Der Hamburger Staatsanwaltschaft gelang es Anfang der 1970er Jahre angeblich nicht, den Aufenthalt Kiesels zu ermitteln. In der staatsanwaltlichen Ermittlungsakte selbst ist 1971 von Arbeitsüberlastung zu lesen. Offenbar wurde der Fall gar nicht angefasst.[12] Dass es Arthur Kiesel noch gab, offenbarte am 19.8. 1972 die Bäderverwaltung Norderney. Sie vermeldete unter den neu angekommenen Urlaubern: „Kiesel, Arthur, m. Frau, Hamburg – Strandvilla Germania“).[13]

(6) Schattenmann Arthur Kiesel

 

Die dem Hamburger Gericht vorgelegte, Kiesel am stärksten belastende Zeugenaussage des Häftlings Dr. Bernhard Locker ist hier im Faksimilee nachzulesen.

Loeffel, Rudolf Albert, geb. 6.7.1887 in Mannheim, Polizeidirektor, Polizeipräsident, Bissingstr. 1. Dienstzeit in Harburg 1935 bis 1937. Loeffel war „alter Kämpfer“ in mehrfacher Hinsicht. Seine militärische Laufbahn beschloss er 1919 als Bataillonschef. Anschließend Hauptmann der Sicherheitswehr in Berlin bis 1920, dann Leiter der Werbestelle bei der Schutzpolizei Berlin bis 1921, dort wegen Beteiligung am Kapp-Putsch entlassen. Er kam unter als Hundertschaftsführer bei der Schutzpolizei Stettin bis 1924. 1930 Eintritte in SA und NSDAP, Stadtverordneter in Karlsruhe bis 1933 als Wehrsportreferent der SA und Leiter der Abteilung Wehrpolitik in der NSDAP-Gauleitung Baden. Im März 1933 trat er wieder in die preußische Polizei ein. Er wurde sogleich Leiter der Gestapo und kommissarischer Polizeidirektor in Schneidemühl. Loeffels Einsatz als Polizeidirektor in Harburg-Wilhelmsburg dauerte von Dezember 1936 bis Oktober 1937. 1938 wurde er Polizeidirektor von Brüx in der Tschechoslowakei. Parallel verlief seine SS-Karriere: 1935 Sturmbannführer, 1938 Obersturmbannführer, 1940 Standartenführer. 1943 dann erneut ein Karriereknick: ein Disziplinarverfahren u.a. wegen eigennützigen Gebrauchs von Militärfahrzeugen und anderer öffentlicher Güter. Er behielt seinen SS-Rang, bekam aber keine weiteren Aufgaben mehr zugewiesen.[14]

Oehmke, Erich, geb. 17.10.1907 in Thorn, Polizeiinspektor, SS, Ellenbogen 11. Dienst in Wilhelmsburg 1944. Ursprünglich Arbeiter und kaufmännischer Angestellter, wurde Oehmke 1930 Polizist. Er trat 1933 in die NSDAP ein und wechselte 1938 zur Gestapo ins Hamburger Stadthaus, nach Kriegsbeginn 1939 u.a. zuständig für die Überwachung von Ostarbeiterlagern. 1941 bis Mai 1944 Osteinsatz in Polen und der Sowjetunion, dann Leiter des „Arbeitserziehungslagers“ in Wilhelmsburg. Das AEL war zur Bestrafung und Disziplinierung von Zwangsarbeiter*innen und zivilen Arbeitskräften errichtet worden. Nach Kriegsende wurde Oehmke verhaftet und interniert. Ehemalige Lagerinsassen bezeugten sein brutales Lagerregime und durch ihn persönlich begangene Gewalttaten. Ein in Hamburg tagendes britisches Militärgericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft. Er wurde jedoch 1954 wieder entlassen.[15]

(7) Erich Oehmke bei seiner Verhaftung 1945.

 

Rausch, Arthur, Kriminalkommissar, nach 1934 Kriminalrat, Mozartstr. 17. Dienst in Harburg 1934 bis 1935. Danach Leitstelle Magdeburg, schließlich Leitstelle Berlin.[15a]

Schöllhorn, Franz, geb. 19.8.1903, Polizeioberwachtmeister, Kriminalassistent, Kasernenstr. 12, Bremer Straße 122. NSDAP, SS. Dienst in Harburg 1937 bis 1938, seit 1939 nicht in Hamburg, 1943 bis mindestens 1944 hier wieder Dienst. Auch Schöllhorn könnte, wie Beeck, Meyer und Oehmke, zwischen 1939 und 1943 Polizeidienst in besetzten Ländern geleistet haben.[16]

Schramm, Alfred, Kriminalrat, Lohmannsweg 14. Dienst in Harburg 1937, 1938. Bei Schramm ist nicht sicher, ob er bei der Gestapo war oder bei der Kriminalpolizei. Seine Zuordnung zur Gestapo könnte auch auf einer Verwechselung mit dem Kriminalsekretär Schramm beruhen (s.u.). Alfred Schramm wechselte nach Hamburg, offenbar war nach der Eingliederung der Harburger Polizei für den Kriminalrat keine adäquate Stelle mehr vorhanden. Er wohnte 1940 Niendorfer Weg 49.

Schramm, Bernhard Friedrich Carl, geb. 23.12.1892, Kriminalsekretär, 1931 bis 1933 SPD, 1937 NSDAP, Adolf-Wagner-Str. 16, Winsener Straße 5. Dienst in Harburg 1930 (Politische Polizei, ab 1933 Gestapo) bis 1943. Schramm gehörte in den Jahren 1933 bis 1935 neben Kiesel und Timmermann (s.u.) zu den Schlägern in der Dienststelle, insbesondere wenn es gegen Kommunisten ging. Er wurde 1952 hierfür vom Dienststrafhof beim Oberverwaltungsgericht Hamburg nur mäßig zur Verantwortung gezogen – durch Degradierung zum Polizeimeister der Schutzpolizei. Auch bei Schramm ist ein Auslandseinsatz ab Anfang 1943 bis Juli 1944 bei der Sicherheitspolizei in der Sowjetunion und in Rumänien zu verzeichnen – und damit weitere Verbrechen zu vermuten.[17]

Schuett, Dienstzeit in Harburg Anfang 1933. Derzeit nicht identifizierbar. Wird in den Erinnerungen einiger Verfolgter als Ermittler in den ersten Jahren benannt.

Timmermann, Otto, Kriminalsekretär, SS, geb. 19.12.1900. Dienstzeit in Harburg spätestens ab 1935. Wechselte um 1942 zum Sachgebiet "Kommunismus" in Hamburg. Er wohnte ab 1943 Ziegelteich 64, Stellingen.

 

Kriminalpolizei

Institutionsgeschichte: Der Druck des nationalsozialistischen Herrschafts- und Gestaltungsanspruchs prägte auch die Arbeit der Kriminalpolizei tiefgreifend um. Hier sind drei wesentliche Trends hervorzuheben:

  • Die Aufblähung des Katalogs strafwürdiger Handlungen: Hierdurch entstanden nicht nur vermehrter Arbeitsaufwand, sondern auch neue Unsicherheiten in der Einordnung und Bewertung der vermeintlichen Straftaten, etwa bei den sogenannten „Asozialen“, „Arbeitsscheuen“, „Haltlosen“ und „Zigeunern“ oder homosexuellen Männern und Frauen.
  • Die zunehmende Pathologisierung der Straftaten und der damit einhergehende Wandel der Tatprofile zu Täterprofilen ( wie „Mörder“, „Triebtäter“, „Berufsverbrecher“).
  • Der Übergang von der Strafverfolgung zur „vorbeugenden Verbrechensbekämpfung“, etwa durch KZ-Haft.

Die Kriminalpolizei erhielt im nationalsozialistischen Staat eine hohe sozialhygienische Weihe und damit eine neue, zusätzliche Legitimation. Ihre tatsächliche Ausstattung und Entwicklung entsprach dieser Rollenzuweisung jedoch nicht. In den ersten Jahren wurden viele Kriminalbeamte zur Gestapo versetzt, um diese überhaupt erst mit Fahndungsintelligenz auszustatten. Gleichzeitig wurden die Ausbildungsvorgaben und Laufbahnvoraussetzungen bei Kriminalpolizei wie Gestapo immer stärker mit politischen Kriterien versehen, was im Ergebnis den Parteiinstanzen mehr Einfluss bei Stellenbesetzungen und Beförderungen einräumte und die Fachkompetenz in der Kripohierarchie schwächte.

Dieser Prozess setzte sich nach der 1936 durchgeführten „Verreichlichung“ (reichsweiten Zentralisierung und Vereinheitlichung) der Polizei auf erweiterter Grundlage fort.

 

Gestapo und Kripo fanden sich nun unter dem gleichen Dach der Sicherheitspolizei (Sipo) wieder, die vom Reichssicherheitshauptamt unter Himmler geführt wurde. Seit Anfang 1938 wurden die Kommissaranwärter beider Polizeien nach den gleichen Regeln und an denselben Orten ausgebildet. Nun wurde auch der freiwillige Eintritt von Polizisten in die SS erleichtert. Die Eintretenden erhielten in der SS automatisch einen ihrem Polizeirang entsprechenden Dienstrang, was die Chance einer attraktiven Doppelkarriere eröffnete: War einerseits die SS-Mitgliedschaft eine wirksame Beförderungshilfe im Polizeidienst, so spiegelte sich der Aufstieg dort als Aufstieg auch in der SS wieder und konnte in viele anderweitige Aufstiegschancen münden, z.B. in der SS selbst, im Sicherheitsdienst der SS, in den Polizeibataillonen oder der Wehrmacht.[18]

Dienststelle: Georgstraße 7.

Leiter: Taubert, Karl, Kriminalrat (bis 1934), Mozartstr. 17; Schorn, Paul, Kriminalrat (1934 bis 1936).

Angaben zum Personal

Bergmann, Georg, Polizeiobersekretär, Kasernenstr. 8, 10. Dienstzeit in Harburg 1932 bis 1934, 1935 nicht mehr in Harburg. Bergmann wurde im April 1933 auf direkte Weisung Görings nach Papenburg versetzt, um die chaotischen Verhältnisse in den im Aufbau befindlichen emsländischen Konzentrationslagern zu reorganisieren. Er stand dort der neugeschaffenen „Verwaltungsdirektion der staatlichen Konzentrationslager“ vor und erhielt zu diesem Zweck einen Polizeiobersekretär, einen Polizeisekretär (und einen weiteren für jedes Lager) sowie eine Bürohilfskraft zugeteilt.[19]

Bluck, Otto, Kriminalsekretär, Kluckstr. 26 (Bahrenfeld), Dienstzeit in Harburg 1937.

Fritsche, Paul Karl, geb. 2.8.1884 in Nicolstadt/ Liegnitz, Kriminaloberassistent/ Kriminalsekretär, NSDAP, SS. Dienstzeit in Harburg 1937 bis 1940, 1943. Fährstr. 1, Fährstr. 107. Fritsche kam 1929 aus Rossberg/ Oberschlesien zur Kriminalpolizei Harburg. Er wurde Leiter der Kripo in der Revierwache Wilhelmsburg. Auch bei ihm könnte die Dienstpause 1941 bis 1942 auf einen Auslandsdienst hindeuten. Fritsche kam nach 1945 unter Druck: Ihm wurde u.a. Denunziation eines Kollegen, ungünstige Beurteilung eines Untergebenen wegen mangelnder nationalsozialistischer Weltanschauung und Mitschuld am Todesurteil gegen einen Marine-Soldaten vorgeworfen.[20]

(8) „Neigt, sich in den Vordergrund zu schieben...“ (Dienstzeugnis). Kriminalsekretär Paul Fritsche.

 

Girbig, Max, geb. 1899, Kriminalkommissar, Sternstraße 5. NSDAP. Auch bei Girbig ist nicht ganz klar, ob er bei der Kripo war oder bei der Gestapo. Bernhard Schramm (s.o.) bezeichnete ihn nach 1945 als seinen Vorgesetzten.[21]

Grefe, Heinrich, gest. 1/1983. Kriminalinspektor, Beethovenstr. 1. 1952 Hohlweg. Dienst in Harburg 1938 bis mindestens 1942. Leiter der Kripo Harburg 1945 bis 1969.[22] Grefe verhaftete 1933 den Sozialdemokraten Johannes Bremer, der aus Sicht der Harburger Nazis am Tod des Freikorps-Hauptmanns Berthold während der Niederschlagung des Kapp-Putsches 1920 beteiligt war. Bremer wurde allerdings nicht vor Gericht gebracht, er kam im März 1933 als Schutzhäftling in das KZ Esterwegen. Dort überlebte er 1934 knapp einen Mordversuch, einem zweiten im KZ Buchenwald fiel er im Dezember 1937 zum Opfer. Kriminalassistent von Holt (s. oben) notierte dazu Anfang 1938 ins Tagebuch der Harburger Gestapo: „…auf der Flucht erschossen.“[23]

(9) Heinrich Grefe, oben mit Schnauzbart, rechts sitzend Johannes Bremer, im Harburger Polizeigefängnis Wetternstraße.

 

Mertens, Josef, geb. 3.11.1880, Kriminaloberassistent, Fährstr. 1. Dienstzeit in Harburg 1937. 1938 nicht mehr in Harburg. Mertens war nach 1945 als Polizeioberinspektor Leiter des Kriminalpolizeiamtes der Hamburger Wasserschutzpolizei. Ein zweiter Träger dieses Namens war bei der Gestapo im polnischen Drewno, dann 1944 in Zakopane stationiert, und zwar im Rang eines SS-Untersturmführers. Die Rangstufenfolge vom Kriminaloberassistenten über den Untersturmführer bis zum Polizeioberinspektor ist zwar denkbar, aber jener Mertens in Zakopane war seinem Erscheinungsbild nach deutlich jünger als der Erstgenannte, und es besteht zumindest hier keine Identität. Es gab allerdings insgesamt drei jüngere SS-Mitglieder J.M., geb. 18.2.1907 und 10.11.1911 und 1.8.1914. Es kann sich also entweder um eine zufällige Namensgleichheit handeln oder einer der drei war ein Sohn des ersten. Dies wäre noch zu klären.[24]

Schreibvogel, Karl, geb. 12.4.1903 in Harburg, Kriminalsekretär, NSDAP, SS, SD, im April 1933 mit Bergmann versetzt nach Papenburg in die KZ-Verwaltung.

Schmidt, Gustav, Kiefernstr. 20, Polizeiinspektor (? identisch mit Schmidt, Gustav, geb. 09.02.1907 in Hamburg, gest. 21.01.1969, Ermittlung 1962–74 in Hamburg wegen Kriegsverbrechen des Polizei-Reserve-Bataillons 101?).[25]

Schorn, Paul, geb. 13.7.1876, Kriminalrat, NSDAP, Dienst in Harburg 1934 bis 1936. Danach Kriminalpolizei Wesermünde und Bremer Polizeidienst.[26]

Schulz, Gustav, Kriminalsekretär, Brahmsstr. 12. Dienst in Harburg 1934 bis 1940, 1943.

Schumann, Paul, geb. 17.8.1888, Kriminalrat, Dempfwolffstr. 1, Küsterweg 16.[27]

Wernicke, Otto, Kriminalassistent, 1943 Kriminalsekretär, Postweg 81. Dienst in Harburg 1934 bis 1939, 1943.

 

Schutzpolizei

Dienststelle und Unterkunft: ehemalige Pionierkaserne auf dem Schwarzenberg (heute Technische Universität Hamburg-Harburg). Ab 1935 wurde die Leitung in die Haakestraße 17 verlegt.

Leitung: Kurt Saalwächter (bis 1934), Alfred Strache (bis 1937), Heinrich Hannibal (bis 1939).

Institutionsgeschichte: Der Kommandeur war Major Saalwächter seit Februar 1932 (ab April 1932 als Oberstleutnant), nach Harburg versetzt aus Wittenberg/ Sachsen.[28] Es gab vier Revierwachen. Im Februar 1933 wurden 450 Mann Hilfspolizei eingebunden, zumeist aus dem Kreis der SA, um den Terror vor allem gegen die Arbeiterbewegung personell abzusichern.[29] Im Mai 1933 tagte die „Entlassungskommission“ und wählte einige Demokraten und Sozialdemokraten aus, die in den Zwangsruhestand zu versetzen wären. Kommunisten gab es in der Polizei ohnehin nicht.[30] Im Juli 1933 wurde die Hilfspolizei wieder aufgelöst, Einzelnen gelang die Aufnahme in die Schutzpolizei. Im Oktober 1933 wurde die Schutzpolizei stark ausgedünnt, indem aus ihrer Mannschaft heraus die „Preußische Landespolizei“ entstand, eine kasernierte paramilitärische Truppe, die zusätzliche Kampfausbildung durch ehemalige und aktive Reichswehroffiziere erhielt. Auch in Harburg entstand eine Abteilung der Landespolizei.[31] Sie wurde 1936 überführt in die Wehrmacht, als motorisiertes Infanterie Regiment 69, und zog in den Kasernen-Neubau am Eißendorfer Pferdeweg ein. Die ganze Landespolizei-Episode diente als zeitweilige Deckung der heimlichen Aufrüstung.[32]

(10) Der 1936 bezogene Kasernenneubau des Infanterieregiments 69 am Eißendorfer Pferdeweg (Zustand 2019).

 

Im Zeichen der Kriegsvorbereitung stand auch die 1935 beginnende intensive Befassung mit dem Luftschutzwesen. Hierfür bildete die Schutzpolizei Harburg eine eigene Abteilung. Ab April 1937 wurde die preußische Polizeidirektion Harburg zu einem Polizeiamt der Polizei Hamburg. Sie war Bestandteil des Schutzpolizei-Gruppenkommandos Ost (SGK Ost). Es blieb bei den vier Revierwachen im Stadtraum. Sie lagen im Zentrum (Marienstraße 10), in Wilstorf (Georgstraße 7), in Heimfeld (Kasernenstraße 10) und in Wilhelmsburg (im Rathaus, Mengestraße 19).[33]

Im Krieg ging der Sog der Versetzungen bei der Schutzpolizei, wie schon 1935 bei der Landespolizei, in Richtung Wehrmacht – in die Polizeibataillone, in die Einsatzgruppen und in die Feldgendarmerie der Regimenter/ Divisionen des Heeres in den besetzten Ländern. Der Politisierungsgrad war in der Feldgendarmerie geringer als bei SD, Gestapo und Einsatzgruppen, die Brutalität aber die gleiche. Dafür sorgten Kader, die schon im ersten Weltkrieg „Weißen Terror“ gelernt hatten, die danach in der reduzierten Reichswehr keinen Platz mehr fanden und zur Schutzpolizei wechselten, und die in den 1930er Jahren wieder zur Wehrmacht zurückgeholt wurden. Paradebeispiel: Eberhard von Coler, Kommunistenmörder im finnischen Bürgerkrieg 1917/18, 1941/42 Feldkommandant und Treiber der Judenerschießungen auf der südlichen Krim-Halbinsel.[34]

Angaben zum Personal

Aue, Hermann, geb. 15.5.1895, Haakestraße 86, Polizeihauptmann, 1933 Leiter der Harburger Polizei-Bereitschaft, Mitglied der Entlassungskommission, dann Landespolizei, dann Wehrmacht. 1939 Oberstleutnant. Im Krieg mit der Sowjetunion als Oberst des Heeres Kommandeur einer Kampfgruppe der 32. Infanteriedivision, die als Strafbataillon der Luftwaffe diente.[35]

Baerens, Friedrich, geb. 22. 4. 1888 in Satow/Mecklenburg, gest. 2. 1. 1967 in Gauting/Bayern. Polizei-Oberleutnant, als Major Kommandeur der Abteilung Harburg der Landespolizei, dann Luftwaffe.

Baerens beendete den Ersten Weltkrieg als Hauptmann. Im September 1919 schied er aus dem Militärdienst aus und wechselte in den Polizeidienst. Er wurde Führer der Grenzschutz-Hundertschaft Marienwerder, Offizier bei der Polizei Potsdam, Polizei-Major bei der Schutzpolizei Marienwerder. Anschließend wechselte er als Offizier zur kasernierten Polizei in Stettin und wurde anschließend Adjutant der Landespolizei-Inspektion Nord. Schließlich war er Kommandeur des Landespolizei-Bataillons in Harburg. Am 16. Oktober 1935 wurde er als Oberstleutnant in die Luftwaffe übernommen, aufgrund seiner Erfahrungen als Flugbeobachter in verschiedenen Fliegereinheiten im Ersten Weltkrieg. In der Luftwaffe war er als Flughafenkommandant tätig und brachte es bis zum Generalmajor, bis er am im Dezember 1944 aus dem Militärdienst ausschied.[36] Baerens steht aufgrund seines Werdegangs und seiner Funktion ab 1939 mit Kriegsverbrechen vermutlich nicht in Zusammenhang.[37]

Bloße, Gustav, Polizeihauptwachtmeister, Damaschkestr. 10. Dienst in Harburg 1935, 1937, 1938; 1939 nicht in HH.

Brix, Gerhard Walter Gustav, geb. 21.4.1904 in Berlin, gest. 8.3.1991, Major der Schutzpolizei, Heimfelder Str. 78 und 55a (Nr. 55a, Brix letzte Adresse in Harburg, lag unmittelbar gegenüber der Wohnung von Heinrich Hannibal). Bis 1934 Schutzpolizei Altona, dann 1934 bis 1937 Revierleiter in Harburg. Von der Schutzpolizei Harburg vielfach abgeordnet: 1938 Teilnahme am Einmarsch ins Sudetenland und in Österreich. 1939 Ausbildungsleiter, Kompaniechef und Gerichtsoffizier im Bremer Polizeibataillon 303 unter Heinrich Hannibal, mit dem Bataillon Überfall auf Polen. Dann dort Besatzungsdienst bis September 1940 in Jaslo. Ende 1942 (Bataillons-?) Kommandeur im Polizeiregiment 12. 1943 abgeordnet zur Schutzpolizei Wien zur Organisation des Luftschutzes.

(11) Walter Brix

1945 wieder Schutzpolizei Hamburg, Wechsel vom SGK Ost zur SGK Hafen. Mitglied NSDAP, SS Sturmbannführer. Juni 1945 aus der Schupo entlassen, 1948 als Polizeioberinspektor wieder eingestellt. 1968 bei der Behörde für Inneres Hamburg, Führer des Polizeiabschnittes Nord, Polizeioberrat. Pensionierung April 1969.[38]

Eggebrecht, Hans, Beethovenstr. 18, Polizeioberleutnant, Landespolizei.

Fittkau, Paul Josef, geb. 24.5.1897 in Birkenfließ/ Kreis Stargard, gest. 27.8.1960 in Wilhelmsburg, Polizeimajor. Kam aus dem Polizeidienst in Schleswig-Holstein. Ab 1934 Revierleiter in Wilhelmsburg, 1937 NSDAP. Seit September 1938 Führer der 4. Kompanie im Polizeibataillon 101, mit 1939 Einsatz in Polen (Kielce; Festnahme versprengter polnischer Soldaten, Gefangenenlagerbewachung, Haussuchungenen nach Waffen), dann ab Mai 1941 Führer der 4. Kompanie im Hamburger Schutzpolizei-Abschnittskommando VIII (SAK VIII) des SGK Ost, vermutlich als Ausbilder rekrutierter Reservepolizisten für den Osteinsatz. 1942, nun Major der Schutzpolizei, neun Monate als Kommandeur des Einsatzbataillons „Osten“ (später Wachbataillon I) in der Sowjetunion. Ab 1943 wieder Dienst in Hamburg, zunächst im Stab des Kommandeurs der Schutzpolizei Abraham. Da er hier als überfordert angesehen wurde, wechselte er als Kommandeur in das Bataillon Revier Einsatzdienst, vermutlich wieder im Abschnittskommando VIII. Fittkau wohnte in Wilhelmsburg, Dratelnstr. 23. 1945 aus dem Polizeidienst entlassen. Als ihm 1952 eine Wiedereinstellung in Aussicht gestellt wurde, beantragte er die Versetzung in den Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen.

(12) Paul Fittkau

Fittkau gehörte wie Brix (s.o.) zu den Günstlingen von Hannibal (s.u.) und wurde von diesem im Krieg zu den Osteinsätzen herangezogen. Anders als Brix hat er sich diesen Einsätzen nicht entzogen.

Er entstammte dem westpreußischen Gebiet, das gemäß des Versailler Vertrags 1920 an Polen fiel („Korridor“). Er war Revierleiter in Wilhelmsburg, damals dem am meisten durch polnische Einwanderer geprägten Stadtteil Hamburgs. Seine katholische Konfession verbarg er. Seine Abkommandierung als Polizeioffizier im überfallenen Polen 1939 nahm er mit außerordentlichem Engagement war, sein Dienstzeugnis für diesen Zeitraum bescheinigt ihm, er habe sich „ mit einer wahren Leidenschaft (…) den Durchsuchungsaufgaben hingegeben.“ Durchsuchung – dies wurde der Begriff für das gewaltsame Eindringen in Häuser, das Aufspüren sich verborgen haltender Juden, ihre Rekrutierung für die Zwangsarbeit oder ihre Erschießung bei mangelnder Arbeitsfähigkeit. Von anderen Kompanien des Bataillons 101 wissen wir, dass sie so vorgingen, oder dass sie zumindest die Besitzer verborgener Waffen sofort erschossen. Von der 4. Kompagnie Fittkaus wissen wir fast nichts. Auch über seinen Einsatz 1942/43 in Weißrussland nicht, nur, dass zur gleichen Zeit im selben Gebiet deutsche Polizeitruppen bei „Ghettosäuberungen“, „Bandenkämpfen“, „Umsiedlungsaktionen“ schwerste Verbrechen begingen. 1944, während seiner Zeit im Stab Abrahams, war Fittkau u.a. mit der Zusammensstellung von Polizeieinheiten für den KZ-Wachdienst befasst.[39]

Friedrichs, Polizeioberleutnant, dann Landespolizei Altona.

Grünhage, Albert, Hastedtstr. 15, Polizeioberleutnant, Revierleiter, ab 1933 Polizeibereitschaft, 1934 Ruhestand (Entlassung aus politischen Gründen).

Hannibal, Heinrich, geb. 19.11.1889 in Solingen, gest. 9.5.1971 in Harburg. SA seit Dezember 1831, NSDAP seit Februar 1932, SS seit Mai 1939. Dienst in Harburg 1937 bis 1939.

Hannibal war ein hoher Polizeioffizier und stand nach 1945 unter dem Verdacht schwerer Kriegsverbrechen. Seine Laufbahn und seine Einsatzorte sind daher relativ gut erforscht.[40] Den Ersten Weltkrieg beendete Hannibal als Offiziersstellvertreter. Nach der Demobilisierung seines Regiments wurde er in die Vorläufige Reichswehr übernommen, allerdings im Juli 1920 als Leutnant aus dem Dienst entlassen. Er wechselte daraufhin zur Sicherheits- und Schutzpolizei in Ohrdruf. Hannibal besuchte Polizeischulen in Burg, Düsseldorf und Magdeburg und wurde Abschnittskommandeur der Schupo Bochum-Süd. Im Dezember 1935 Stabsoffizier der Schupo und Dezernent beim Regierungspräsidenten in Arnsberg. Im Februar 1937 wurde ihm das Kommando über die Schutzpolizei Harburg übertragen. 1938 nahm er am Einmarsch in Österreich teil, kehrte aber zunächst wieder auf seinen Harburger Posten zurück. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs war Hannibal von Februar 1940 bis November 1941 als Kommandeur des Bremer Polizei-Polizeibataillons 303 bei den Überfällen auf Polen und die Sowjetunion. Ab Juli 1941 erscheint das Bataillon als Beteiligter bei Judenerschießungen in der Ukraine.[41]

Hannibal gelang es, seinen persönlichen Anteil an diesen Vorgängen zu verdunkeln, indem er gegenüber dem SS-Obergruppenführer Jeckeln die Teilnahme an Judenerschießungen ablehnte[42]. Dennoch waren Teile des Bataillons an solchen Erschießungen beteiligt. Hannibal wollte sich offenbar nur persönlich drücken, er erregte Unmut bei Jeckeln, wurde aber nicht bestraft.[43]

Im Gegenteil: Vom Bremer Polizeibataillon wechselte Hannibal im November 1941 auf den Posten des Standortführers SS und Polizei im Bezirk Nikolajew, im Mai 1943 dann als Oberstleutnant und Kommandeur zum SS Polizei-Schützenregiment 31, das zu diesem Zeitpunkt in Hamburg aufgestellt wurde. Teile dieser Formation stammten aus dem ehemaligen Hamburger Polizeibataillon 103.[44]. Das Regiment operierte in Weißrussland, verantwortete dabei zahlreiche Verwüstungen von Dörfern, Massenerschießungen im Rahmen der sog. „Bandenbekämpfung“, Abtransport von Vieh, gewaltsame Rekrutierung von Zwangsarbeitern für den Einsatz in Deutschland. Hannibal brachte es hierbei zum Oberst.[45]

Im Oktober 1944 wurde aus Resten anderer Regimenter unter seinem Kommando die Kampfgruppe Hannibal gebildet, die bei wechselnder Zuordnung zu Regimentern der Heeresgruppe Mitte mit speziellen Aufgaben betraut wurde. Darunter waren Judenerschießungen bei der Räumung von Ghettos in Weißrussland, die aber von einem Gericht in Frankfurt 1967 als „reguläre Kampfhandlungen“ gedeutet wurden.[46]

Die große Offensive der Roten Armee in der zweiten Jahreshälfte 1944 trieb die Kampfgruppe westwärts, wie die gesamte Heeresgruppe Mitte. Hannibal, inzwischen SS-Brigadeführer und Generalmajor der Schutzpolizei, befand sich mit den Resten seiner Kampfgruppe Anfang 1945 im Raum Königsberg. Am 20.3.45 erreichten sie Berlin. Den Versuch, das Polizeiregiment 31 hier unter seinem Kommando neu aufzustellen, unterband das Kriegsende und seine Gefangennahme durch die Alliierten.

(13) Heinrich Hannibal

Wer sich für Hannibals Selbstauskünfte über sein Kriegshandeln interessiert, kann hier das Verhör nachlesen, das der alliierte Offizier Warton durch seinen Mitarbeiter Wartenberg 1947 mit ihm führen ließ. Bis zu seinem Tod 1971 lebte Hannibal im bürgerlichen Heimfeld in der Heimfelder Straße 56 angenehm und völlig unbehelligt.

Hoffer, Ernst, Mozartstr. 21, Polizeioberleutnant, Landespolizei (geb. 29.12.1897? später Oberst?).[47]

Klinder, Arthur, Polizeihauptwachtmeister, Postweg 57. Dienst in Harburg 1934 bis 1943 mindestens.

Lehmann, Fritz, Heimfelder Str. 50, Polizeihauptmann, dann Landespolizeischule Insterburg.

Luther, Alfred, Am Fuchsberg 10, Polizeiobermeister, Mitglied der Entlassungskommission.

Meinert, Polizeihauptmann, Leiter Wasserschutzpolizei.

Meyer, August, geb. 30.1.1897 in Herkensen, Kreis Hameln, Polizeimeister, Reeseberg 22. Dienst in Harburg 1926 bis 1940; seit 1943 nicht belegt, 1944. Wohnte am Reeseberg noch 1952.[48]

Neumann, Eberhardt, Bissingstr. 7, Polizeimajor, Stabsorganisation, dann Landespolizei (geb. 1.8.1892? Später Oberst?).

Saalwächter, Kurt, geb. 18.12.1881, Major und Kommandeur der Harburger Schutzpolizei seit Februar 1932 (s.o). Timmer überliefert uns eine sprechende Anekdote aus dem Aufgabenkreis der Schupo in dieser Zeit: „Am 3.3.1932 fand im Hafengebiet eine große Einsatzübung unter der Leitung des neuen Kommandeurs statt. Sie stand unter der Annahme, dass sich Teilnehmer von Unruhen in Hamburg über die Elbe nach Harburg abgesetzt und in der AGUMA-Kaffee-Ersatz-Fabrik der Firma Thörl am Lauenbrucher Deich verschanzt hätten. Sie sollten von der Harburger Schutzpolizei ergriffen und festgenommen werden. Der Angriff auf das Werk, an dem alle verfügbaren Kräfte der beiden Bereitschaften und alle Kraftfahrzeuge teilnahmen, begann gegen Mittag durch konzentrische Stoßtruppunternehmen, bei denen alle Männer, Unterführer und Beamte bewiesen, was sie in den vorausgegangenen Jahren (…) gelernt hatten.“ Wenige Tage später wurde Saalwächter zum Polizeioberstleutnant befördert. [49] Er wechselte 1934 zur Schutzpolizei Altona als deren Kommandeur und blieb dort bis 1937. Bei der Eingliederung Altonas in die Stadt Hamburg zog er weg, seine Spur verlor sich.[50]

Schloßhauer, Hans Dr., Polizeimedizinalrat, später Landespolizei.

Schmidt, Robert, Bennigsenstraße 27, Polizeihauptmann, Revierleiter, (Möglicherweise identisch mit Schmidt, Robert Max, geb.4.6.1889 in Blockshagen/ Bordesholm, verheiratet, 1 Kind (Stand 01.09.1941). 1.05.1937 Eintritt NSDAP Nr. 5581727, 1.9.1939 befördert zum Major der Schutzpolizei, 27.10.1941 Kommandeur der Schutzpolizei Frankfurt/Oder, Geschäftsstelle: Bischofstr. 11/12, gest. 26.11.1945 im Lager Tost (heute: Toszek/Polen).[51]

Strache, Alfred, geb. 6.5.1889 in Lichtenhain, Bissingstr. 7, Polizeimajor, Pol. Oberstleutnant.[52]

Strasser, Walter, Haakestr. 39, Polizeihauptmann, Stabsorganisation, dann Major der Landespolizei.

Thieme, Polizeioberleutnant, Dienst in Harburg ab 1934, Revierleiter, ab 1935 als Polizeihauptmann Leiter Luftschutzabteilung, 1938 beim Einmarsch ins Sudetenland dabei, ab 1939 Polizei Altona.[53]

Tiedemann, Willy. Lebensdaten weitgehend unbekannt (geb. 2.12.1909 in Tellingstedt?). Tiedemann trat 1933 oder 1934 in die Harburger Abteilung der Landespolizei Hamburg ein. 1935 wurde er mit dieser Formation Angehöriger der Wehrmacht – durchaus unfreiwillig, wie er in seinen Erinnerungen betonte.[54] Es folgten Jahre der militärischen Einübung als motorisiertes Infanteriebataillon. Standort war die Dominik-Kaserne am Eißendorfer Pferdeweg (heute Krankenhaus Harburg). 1938 war er am Einmarsch ins Sudetenland und die Tschechoslowakei beteiligt, 1939 nahm er im Rang eines Feldwebels am Überfall auf Polen teil. 1940 beteiligte sich seine Einheit an den Kämpfen in Nordfrankreich und wurde im Anschluss Teil der Besatzungsmacht. 1941 marschierte er als Frontkämpfer mit seiner Einheit in die Sowjetunion ein, die Stationen waren Vilnius, Minsk, Witebsk, Smolensk, schließlich die Belagerung Leningrads, Kämpfe um Novgorod und Ausbau einer Stellung im Raum Volchow.

Zu diesem Zeitpunkt, es war November 1942, erhielt Tiedemann wie alle ehemaligen Polizisten in der Wehrmacht, die noch nicht in speziellen Formationen erfasst waren, den Befehl, in eine Abteilung der Feldgendarmerie zu wechseln. Nach zwei Monaten Ausbildung in Łódź wurde er zum Hauptfeldwebel befördert und als Kommandeur einer Gruppe von 65 Feldgendarmen Richtung Kaukasus in Marsch gesetzt, um sich dort einer bestimmten Feldgendarmerie-Einheit anzuschließen. Da diese Einheit aber zu den Truppen gehörte, die von der Roten Armee bereits wieder zurück nach Westen gedrängt wurden, sahen sich Tiedemann und seine Gruppe nach Simferopol auf der Krim umgelenkt und dort als Teil der deutschen Besatzungsmacht auf die Feldgendarmerie-Einheiten der Feld- und Ortskommandanturen der Halbinsel aufgeteilt. Auf diese Weise kam Tiedemann im November 1942 zur Ortskommandantur Simeiz im Süden der Krim, nahe Jalta.

Nach seiner eigenen Darstellung hatte er dort das Kommando über eine Truppe einheimischer Hilfspolizisten (Krimtartaren) und war mit der Lebensmittelversorgung der Zivilbevölkerung befasst. Bereits im März 1943 hätten er und seine Leute sich aber in Schabroze der auf dem Rückzug befindlichen, ihm ursprünglich zugeteilten Feldgendarmerie-Einheit anschließen müssen. Sie seien dann während des gesamten deutschen Rückzugs zur Deckung der abziehenden Truppen eingesetzt und dauernd in schwere Kämpfe verwickelt gewesen.

(14) Willy Tiedemann

Tiedemanns Darstellung seiner Aufgaben auf der Krim bleibt eigentümlich blass. Sie scheint auch nicht die ganze Wahrheit zu enthalten. Zwar war die Lebensmittelversorgung tatsächlich eine vordringliche Aufgabe der Besatzungsmacht, denn auf der Krim hungerten seit 1941 alle, die zivilen Bewohner ebenso wie die hier zu Hunderttausenden kampierenden deutschen Soldaten. Doch war sie auch unauflöslich mit Repressionen bis hin zu Massakern verknüpft.

So oblag es der Feldgendarmerie, die gesamte Zivilbevölkerung in Listen zu erfassen und zu kategorisieren: in Kooperationswillige einerseits, die auch Lebensmittel erhielten, und in aus rassistischen oder politischen Gründen Unerwünschte, die leer ausgingen, verhaftet oder umgebracht wurden, wie vor allem Juden, Roma und Kommunisten. Bei der Erstellung dieser Listen hatten die Hilfspolizisten und die Bürgermeister der Gemeinden Unterstützung zu leisten. Weitere Aufgaben der Feldgendarmerie waren Razzien in den Wohngebieten, Streifengänge in den Landgebieten zum Aufspüren verdächtiger Elemente, Ermittlung von Partisanen und ihren Unterstützern durch polizeiliche Methoden (Spitzel, Verhöre, Folter).[55]

Diese Handlungen sind durch deutsche Heeresakten als tägliche Praxis der Feldgendarmerie-Einheiten der Feld- und Ortskommandanturen auf der Krim von 1941 bis November 1942 eindeutig belegt. Die Krim blieb bis 1944 von deutschen Truppen besetzt. Es ist nicht anzunehmen, dass in der Zeit der Anwesenheit Tiedemanns ein grundlegender Wandel eintrat und er solche Aufgaben nicht zu erfüllen brauchte. Zumal wir wissen, dass gerade die Region um Simeiz (Simejis) eine Hochburg der Partisanen war und sich im Ort ein von der Ortskommandantur betriebenes KZ befand.[56]

Skepsis ist auch gegenüber Tiedemanns Angaben zu seinem Wechsel vom Besatzungsdienst zur „kämpfenden Truppe“ angebracht. So, wie er die Stationen dieser ihm in Łódź zugewiesenen Einheit beschreibt, handelte es sich um das 11. Bataillon der Einsatzgruppe D, also nicht um eine normale Infanterieformation, sondern um eine speziell für Terrorzwecke, Massenmord und Partisanenbekämpfung aufgestellte und ausgebildete Einheit. Dieses Bataillon war vor seinem Weitermarsch in den Kaukasus zwischen 1941 und Anfang 1942 bereits für die Partisanenbekämpfung und Massenerschießungen von Juden auf der Krim eingesetzt worden.[57] Etwa 10.000 Menschen (ohne Partisanen) kamen dabei ums Leben. Um in eben eine solche Einheit einzutreten, war Tiedemann von seinem Infanterieregiment in Volchow nach Łódź geholt worden. Die Aufgabe des 11. Bataillons nach dem Verlassen der Krim war im Übrigen zunächst nicht die Deckung des Rückzugs, sondern der Kampf gegen Partisanen in den Prypjat-Sümpfen. Tiedemann scheint sowohl die repressiven Aspekte seiner Feldgendarmentätigkeit auf der Krim als auch seine Einbindung in die Einsatzgruppen bewusst verschwiegen zu haben. Er wurde Ende November 1943 bei Rückzugsgefechten schwer verwundet und lag in Deutschland noch bis Ende 1945 im Krankenhaus.

Timmer, Wilhelm, Polizeihauptwachtmeister, Polizeimeister, Hermann Göring Platz 1, Beethovenstraße 14. Dienst in Harburg mindestens 1934 bis 1939, 1943.

Tröbs, Heinz, geb. 2.10.1911, Mozartstr. 9, Polizeihauptwachtmeister, Mitglied der Entlassungskommission, später Major in der Wehrmacht.

Tröger, Ewald, Meyerstr. 48, Polizeihauptmann, Revierleiter.

Wehrmann, Theodor, geb. 10.6.1888 oder 3.6.1898, Bergstr. 5, Polizeihauptmann, Revierleiter.[58]

Weber, Heinrich, Beethovenstr. 14, Polizeihauptmann, Revierleiter.[59]

 

Vorläufiges Fazit

Es lassen sich ab 1933 vier wesentliche Entwicklungslinien innerhalb der Harburger Polizei erkennen: Zum ersten die Resignation der sozialdemokratischen und liberalen Beamten. Es kam zu einigen Entlassungen aus politischen Gründen, aber so zahlreich, dass sie starke Verfolgungsängste hätten auslösen müssen, waren sie nicht. Es war wohl eher der tägliche Anpassungsdruck unter einem zunehmend mit NSDAP- und SS-Kadern besetzten Vorgesetztenapparat, der die republikanischen Elemente letztlich außer Kraft setzte. Zweitens war die Beteiligung von Polizisten an Gewaltverbrechen sektoral am geringsten ausgeprägt bei der Kriminalpolizei. Die hier verbliebenen Mitarbeiter hatten wohl weniger Gelegenheit und weniger Neigung dazu. Drittens hatten die politischen Kämpfe der letzten Weimarer Jahre die Konservativen unter den Polizisten weltanschaulich radikalisiert. Sie konnten dann nach 1933 ihre Wünsche ausleben, da Gewalt gegen Linke, Rassismus und „schneidiges“ Führerverhalten als Elemente der allgemeinen und auch polizeilichen Leitkultur hoffähig wurden. Viertens schließlich zeigten sich langfristige Auswirkungen des Übergangs von zahlreichen ehemaligen Offizieren des Kaiserlichen Heeres in den Polizeidienst. Sie hatten im ersten Weltkrieg und danach in den Freikorps hinreichend Gewalterfahrungen sammeln können. Es war im faschistischen Kalkül ein erfolgreicher Schachzug, diese Kräfte ab 1934 in den „Landespolizeien“ zu bündeln und – zunächst heimlich – zu militarisieren, um sie dann ab 1935 mit neuen Rekruten zusammenzuführen und in die Wehrmacht zu integrieren.

Im Krieg dienten alle polizeilichen Abteilungen, ob Gestapo, Kripo oder Schupo, als Spezialkräfte im Kampf gegen Juden, Kommunisten, Partisanen, gegen die unter Generalverdacht stehende Zivilbevölkerung. Sie waren immer die ersten Zuständigen für Terror- und Vergeltungsakte, die Vorbereitung von Massenerschießungen, die Führung von Konzentrations- und Zwangsarbeiterlagern, egal, ob sie innerhalb der Wehrmachtseinheiten, in der Waffen-SS, in besonderen Einsatzgruppen und Polizeibataillonen oder im SD-Netzwerk des Reichssicherheitshauptamts tätig wurden. Eben weil Terrorherrschaft keine militärische Aufgabe ist, sondern wesentlich auf der polizeilichen Arbeitsweise aufbaut. Soldaten mussten gegen gleichstarke, leicht schwächere oder leicht stärkere Gegner kämpfen, gegen Kampfspezialisten, wie sie es selbst waren. Sie konnten dabei sterben, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Die Ermittlungsspezialisten der Polizei hatten das Machtmonopol gegenüber einer hilflosen, wehrlosen Zivilbevölkerung. Ihr Sterben war die Ausnahme, ebenso wie ihre Strafverfolgung nach 1945.

 

Und eine persönliche Nachbemerkung

Es gibt immer auch einfache private Motive, sich Themen zuzuwenden. Die Erinnerung an den Lieblingsnachbarn meiner Kindheits- und Jugendzeit, Reinhold Wiese, ist ein solches Motiv. Wiese war nach schwerer Arbeitslosigkeit und Wanderarbeit 1928 bis 1933 schließlich in die Harburger Schutzpolizei aufgenommen worden und hatte es dort zum Hauptwachtmeister gebracht. Ich erlebte ihn als Pensionär, der die besondere Fähigkeit besaß, mit Stöpseln wie mir auf freundliche, gleichberechtigte und immer auch lustige Art zu reden. Später, Mitte der 1970er, ich war noch Schüler, nahm er mich und meine Eltern auf eine Segeltour mit seinem schönen Folkeboot mit. Beim abendlichen Grog gerieten wir da einmal aneinander. Ihm war vermutlich mein linkes Weltverbesserertum auf den Keks gegangen, er schimpfte etwas von "...das haben wir alles schon mal erlebt und mitmachen müssen", schwieg sich dann aber aus. Ich weiß bis heute nichts von seiner Vergangenheit. Vielleicht ist er identisch mit dem Harburger Polizeihauptwachtmeister Wiese, der in der Personalakte Fittkau auftaucht, als dessen Mitarbeiter bei Schuposchulungen für den Osteinsatz (s. Anm. 39). Vielleicht auch nicht.

Möglicherweise befinden sich auf den hier dargebotenen Listen Menschen, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen. Ganz sicher sind nicht alle erfasst, von denen man dies nicht behaupten kann. Es ist mein Appell an alle Nachkommen der Harburg-Wilhelmsburger Polizisten, Erinnerungen und Nachlässe zu sondieren und eventuelle Fakten oder Zweifel preiszugeben. Es geht vor allem darum, den Angehörigen der Opfer das Wissen um Umstände und Täter von Gewaltverbrechen zu ermöglichen. Denn daran mangelt es noch.

 

Anmerkungen

[1] Staatsarchiv Hamburg (StAH) 430-Nr. 74; Adressbuch Harburg 1935; Stegmann, Dirk (Hg): Der Landkreis Harburg 1918-1949, Hamburg 1994, S. 351. Ellermeyer, Jürgen; Richter, Klaus; Stegmann, Dirk: Harburg. Von der Burg zur Industriestadt, Hamburg [1988], S. 462-465; Timmer, Wilhelm: Geschichte der Schutzpolizei Harburgs von 1921 bis 1935, Harburg 1961, passim. Eine fundierte Einführung in den Problemkreis und den Forschungsstand bieten Diercks, Herbert: Die Hamburger Ordnungs- und Schutzpolizei 1933 bis 1945, in: Polizei, Verfolgung und Gesellschaft, Bremen 2013, S. 24-39; ders.: Der Einsatz von V-Leuten im Sachgebiet "Kommunismus" der Hamburger Gestapo 1943 bis 1945, in: ebenda, S. 119-135; ders.: Die Hamburger Schutzpolizei und das System der Konzentrationslager, in: ebenda, S. 183-193.

[2] Vgl. den Fall Nilges auf dieser Website.

[3] Meyer, Gertrud: Nacht über Hamburg. Berichte und Dokumente 1933-1945, Hamburg 1971, S. 300.

[4] "Dienst in Harburg" meint im Folgenden die anhand von Adressbüchern nachgewiesene Meldung als Harburger Einwohner im Untersuchungszeitraum 1934 bis 1945. Unschärfen bestehen dabei durch Lücken im Erscheinen der Adressbücher und durch kasernierte Unterbringung ohne Erwähnung im Adressbuch. Harburger Dienst vor 1933 und nach 1945 habe ich nicht systematisch ermittelt.

[5] Bak, Peter: Kamp Haaren 1941-1944, Hilversum 2018, S.212 ff.; http://www.gelderblom-hameln.de/zuchthaus/nachkriegszeit/03hinrichtungen4549.html, (8.7.2019).

[6] Wikipedia, Artikel Karl Schöngarth.

[7] https://www.jewishgen.org/yizkor/Galicia3/galicia3.html, (10.7.2019).

[7a] https://www.lzt-thueringen.de/files/uellenbd_gestapo-2.pdf. Müller, Ingo: Das Strafvereitelungskartell. NS-Verbrechen vor deutschen Gerichten, freispruch  nr. 11  (september 2017), S. 67, in: https://zentralrat.sintiundroma.de/download/7968 . Vgl. Wikipedia, Artikel Helmut Bischoff.

[8] Bundesarchiv (BA) By5/ V279/ 123; BA, R58/4259.

[8a]  Herget wird als involvierter Harburger Beamter bei der Verhaftung Hermann Reinmuths erwähnt, in: VVN-BdA Lüneburg: Hermann Reinmuth. Christ · Humanist · Gewerkschafter · Sozialist. Eine Erinnerung an den Beamten der Lüneburger Bezirksregierung, Nazi-Widerständler und KZ-Häftling, Lüneburg 2019, S. 19. Zum Massenmord s. Hohengarten, Andre: Das Massaker im Zuchthaus Sonnenburg von 30/31 januar 1945, Luxemburg 1978, in: http://www.getuigen.be/Getuigenis/3den-over/Hohengarten-Andre/ (28.7.2019) sowie http://nuremberg.law.harvard.edu/transcripts/3-transcript-for-nmt-3-justice-case?seq=9780 (28.7.2019).

[9] StAH 131-11 Nr. 848. Meyer, S. 71. Vgl. http://www.stolpersteine-hamburg.de/?&MAIN_ID=7&BIO_ID=556, (10.7.2019).

[10] Vgl. den Fall des Kommunisten Kurt Hüllner in dem Artikel Die Radikale Linke, Nachtrag 1 auf dieser Website.

[11] Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 – 1945. Bd. 7. Sowjetunion mit annektierten Gebieten. – 1. Besetzte sowjetische Gebiete unter deutscher Militärverwaltung, Baltikum und Transnistrien. Bearbeitet von Bert Hoppe und Hildrun Glass, München 2007. Vgl. Klemp, Stefan: Nicht ermittelt. Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz. Ein Handbuch, Essen 2005, S. 355.

[12] StAH 213-12 Nr. 296.

[13] Badekurier v. 19.8.1972.

[14] StAH 430 Nr. 74; https://forum.axishistory.com/viewtopic.php?t=218539, (10.7.2019).

[15] BA, R58/4259. Diercks, Herbert: Dokumentation Stadthaus. Die Hamburger Polizei im Nationalsozialismus. Texte, Fotos, Dokumente, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg 2012; http://de.wikipedia.org/wiki/Meyer_Langer_Morgen , (15.3.2015).

[15a] Rausch wird als involvierter Harburger Beamter bei der Verhaftung Hermann Reinmuths erwähnt: in: VVN-BdA Lüneburg: Hermann Reinmuth. Christ · Humanist · Gewerkschafter · Sozialist. Eine Erinnerung an den Beamten der Lüneburger Bezirksregierung, Nazi-Widerständler und KZ-Häftling, Lüneburg 2019, S. 19; zu Rauschs Berliner Tätigkeit s. http://db.yadvashem.org/deportation/resourcesDetails.html?language=en&itemId=3756508 (31.7.2019).

[16] Meyer, S. 300.

[17] StAH 221-10 Nr. 327.

[18] Vgl. Eberhardt, Martin: Die Kriminalpolizei 1933 – 1939, Konstanz 1999, https://d-nb.info/1095110276/34, (23.7.2919); Lieske, Dagmar: Die Hamburger Kriminalpolizei und die "vorbeugende Verbrechensbekämpfung" - Täter und Opfer, in: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hg.): Polizei, Verfolgung und Gesellschaft im Nationalsozialismus, Hamburg 2013, S. 68-76.

[19] Lüerßen, Dirk: Wir sind die Moorsoldaten, Die Insassen der frühen Konzentrationslager im Emsland 1933 bis 1936, Diss. 2001, S. 57: https://repositorium.ub.uni-osnabrueck.de/bitstream/urn:nbn:de:gbv:700-2006033114/2/E-Diss529_thesis.pdf (15.7.2019).

[20] StAH 331-8 Nr. 551.

[21] BA R 9361-II/295557.

[22] StAH 731-8 Nr. A 757.

[23] Die anderen, S.142 ff.

[24] Der erste Joseph Mertens wird erwähnt bei Lorenz, Gottfried: Sündenbabel Harburg? http://mr3er.de/dr-lo/index.php?t=1&c=71 (16.7.2019).

[25] Vgl. StAH 213-12 Nr. 22.

[26] StAH 331-8 Nr. 1158; Döscher, Hans-Jürgen: Geheime Staatspolizei und allgemeine Verwaltung im Regierungsbezirk Stade, in: Heinz-Joachim Schulze, Stader Jahrbuch 1972, Stade 1972; Hesse, Hans/Schreiber, Jens, Vom Schlachthof nach Auschwitz. Die NS-Verfolgung der Sinti und Roma aus Bremen, Bremerhaven und Nordwestdeutschland, Marburg 1999, S. 159.

[27] BA R 9361-I/3320.

[28] Timmer, S. 51.

[29] Timmer, S 59 f.

[30] Timmer, S. 63.

[31] Timmer, S. 65 f. Vgl. Diercks, Ordnungs- und Schutzpolizei, S. 28 f.

[32] Vgl. Kopitzsch, Wolfgang. Bandenbekämpfung, Geiselerschießungen, Umsiedlungen, Endlösung - Hamburger Polizeibataillone im Zweiten Weltkrieg; http://www.foerderkreis-stadthaus.de/doc/B101.pdf (18.7.2019).

[33] Timmer, S. 69-77.

[34] Siehe den Artikel „Traditionspflege…“ auf dieser Website.

[35] BA 6/5447.

[36] Dermot Bradley (Hrsg.), Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935 - 1945. Band 1, Osnabrück 1991.

[37] www.oocities.org/~orion47/WEHRMACHT/LUFTWAFFE/Generalmajor/BAERENS_FRIEDRICH.html  

[38] BA R 9361-III/21826; StAH 331-8 Nr. 1209; "Prozesse 1970 bis 1978" von Peggy Parnass, Frankfurt/M 1978, S. 225 227.

[39] StAH 331-8 Nr. 214;,  Diercks, Schutzpolizei, Abbildung 7, S. 189.  Vgl. Harten, Hans Christian: Die weltanschauliche Schulung der Polizei im Nationalsozialismus, Paderborn 2018, S. 366 ff.

[40] Klemp, Stefan: Nicht ermittelt. Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz. Ein Handbuch, Essen 2005; Schneider, Karl: Auswärts eingesetzt – Bremer Polizeibataillone und der Holocaust, Essen 2011.

[41] „Anfang September erschossen Polizisten der 3. Kompanie 100 Juden in Cutnow, Ende September beteiligte sich das inzwischen in Kiew eingerückte Bataillon an der Ermordung von 33.000 Juden in der Schlucht von Babyn Jar.“ Wikipedia, Artikel Heinrich Hannibal.

[43] Klemp, S. 62 ff.

[44] Klemp, S. 353.

[45] Klemp, S. 359.

[46] Klemp, S. 348.

[47] Vgl. BA Pers. 6/9248.

[48] StAH 331-8 Nr. 268.

[49] Timmel, S. 51 f.

[50] StAH 427-106.

[51] Vgl. BA R 19/ 639.

[52] BA R 19/ 693.

[53] Timmel, S. 77 f.

[54] https://www.feldgrau.com/WW2-German-Panzergrenadier-Veteran-Memoir (17.7.2019).

[55] Oldenburg, Manfred: Ideologie und militärisches Kalkül. Die Besatzungspolitik der Wehrmacht in der Sowjetunion 1942, Köln 2004, S. 138 ff.

[56] Hoffmann, Jens: Das kann man nicht erzählen: "Aktion 1005", wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten, Hamburg 2008, S. 488.

[57] Helmut Krausnick, Hans-Heinrich Wilhelm: Die Truppe des Weltanschauungskrieges. Die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD 1938–1942, Stuttgart 1981.

[58] BA 6/ 69426.

[59] BA R 19/ 403.

 

Bildnachweis

(1) Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

(2) Archiv Gotthardt

(3) http://www.626-squadron.co.uk/willem9.htm

(4) Ebenda

(5) Staatsarchiv Hamburg

(6) Ebenda

(7) http://media.offenes-archiv.de/Rathausausstellung_2017_Curio_28.pdf

(8) Staatsarchiv Hamburg

(9) Sammlung Berger

(10) Archiv Gotthardt

(11) Staatsarchiv Hamburg

(12) Ebenda

(13) https://studylibde.com/doc/7049163/heinrich-hannibal---ritterkreuztraeger

(14) https://www.feldgrau.com/WW2-German-Panzergrenadier-Veteran-Memoir

 

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