Frische Themen

Herbst der Rebellion?

Die rätselhafte Explosion in der Buxtehuder Straße 104 am 7.3.1955

Diese Geschichte ist nahezu unglaublich. Oberflächlich wirkt sie wie das Drehbuch eines drittklassigen Agentenfilms. Unter der Haut aber erzählt sie eine ganz und gar reale und sehr tragische Episode: das Scheitern des rebellischen Harburger Arbeiterradikalismus, der in der Revolution 1918-1923 auflebte, in der Nazizeit 1933-1945 heroisch wurde und in den bleiernen Jahren des Adenauer-Staates verendete.

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25 km altweibersommer

neue wege auf der elbinsel

Dieser Bericht liefert ein Blitzlicht auf eine der faszinierenden Hamburger Zwischenwelten, von denen es so viele gibt. Die Autorin hat ihre Fahrt im Norden begonnen, da sie in Winterhude wohnt. Von Harburg lässt sich diese Tour natürlich auch von Süden aus machen. Der Vorteil dabei: Man kann einen Abstecher zum Portugal-Laden in der Jaffestraße machen, wo Würste für einen deftigen Herbst-Eintopf und ein herrlicher Aquardente für danach zu haben sind.

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Tauchstation Werbung

Lebenswege linker Künstler zwischen 1933 und 1970

Durch die Erinnerungen an seine ersten Werberjahre führte uns Jürgen Burkhart an eine Personengruppe heran, die wir noch überhaupt nicht kannten: Künstler, die in der Nazizeit in die Werbung abtauchten und dabei Erfolg hatten. Und die zugleich links waren und es blieben. Das hat uns, die wir unser Brot gelegentlich auch mit Werbung verdienten, neugierig gemacht. Wir haben ein paar Namen und Schicksale zusammengetragen und sind dabei sogar in Harburg fündig geworden.

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Als Werbeberater in der Harburger Industrie

Teil 2: Bei der HOBUM

Schon vor der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Jute Spinnereien und Webereien Harburg um 1957 hatte mein Chef, der Hamburger Werbe- und Verkaufsberater Carl-Heinz Griese, einen Werbeberatungsvertrag mit HOBUM, Harburger Oelwerke Brinckman & Mergell. In meiner Volontärzeit durfte ich unseren Atelierleiter Heiner Rietze, Studienkollege des bekannten Hamburger Reklamemalers Walter Stiller in den 1930ern, zu den Besprechungen begleiten.

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Die politische Geschichte der Phoenix

Teil 2: Höhepunkt und Niedergang einer „politischen Fabrik“ (1949 – 2004)

Volkswirtschaftlich betrachtet, war die Aufgabenstellung nach 1945 nicht anders als vor 1945: Ob totaler Krieg oder Aufbau aus totaler Zerstörung – beides war Mangelwirtschaft und erforderte die gleichen Methoden. Das Phoenix-Management brauchte wenig umzulernen. Profit im Mangel, diese Lektion war bekannt.

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Als Werbeberater in der Harburger Industrie

Teil 1: Bei der Vereinigten Jute
O-Bus vor der Phoenix

An einem frostig kalten Dienstag im Februar 1952 fuhren 30 junge Männer um die Mittagsstunde mit dem schwarzen Dampfzug vom Hamburger Hauptbahnhof nach Harburg. Wir waren Lehrlinge in Hamburger Firmen aus verschiedenen Bereichen der Textilbranche.

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Harburg: Kurzfassung für Nervöse

Vom Eigensinn im Schatten Hamburgs

Die Geschichte des im tiefsten Elbmorast gelegenen Siedlungsplatzes Harburg begann zur Zeit der ersten Jahrtausendwende - mit einer Kaserne. Man nannte sie "Horeburg", was neuhochdeutsch Sumpfburg heißt.

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Die politische Geschichte der Phoenix

Teil 1: Von den Anfängen bis zur Entnazifizierung (1856-1948)

Die Phoenix Gummiwerke Aktiengesellschaft war gut 150 Jahre lang der prägende Industriebetrieb Harburgs. Die Belegschaft erreichte zeitweilig Stärken von über 10.000 Menschen, mit dem für Harburg typischen Mix aus einfachen, harten, oft gesundheitsschädlichen körperlichen Tätigkeiten, qualifizierter Fach- und Meisterarbeit sowie wissenschaftlich ausgebildeter Ingenieurkompetenz. Die Fabrik war in der Stadt stets allgegenwärtig - als Arbeits- und Ausbildungsort, als Namensgeber eines ganzen Stadtteils, als Emittent von Ruß und strengen Gerüchen, als Keimzelle einer großen und starken Arbeiterbewegung. Und auch den bürgerlichen Kindern der höheren Schulen war sie ein Begriff: "Geh doch zur Phoenix!", so lautete eine oft gehörte, durchaus ernst gemeinte Aufforderung vieler Lehrer, wenn ihnen Schülerleistungen nicht genügten.

Wenig bekannt, zumeist verklärt ist aber die Art und Weise, in der die Eigentümer und Manager der Phoenix die wirtschaftliche und soziale Bedeutung des Unternehmens in politischen Einfluss ummünzten. Um diese Geschichte, die wenig mit Demokratie zu tun hat und auch nicht immer schön zu erzählen ist, soll es im folgenden gehen.

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An den Krankenbetten des Kapitalismus

Ansätze sozialdemokratischer Medizinreform in Hamburg 1919 - 1933

"Es ist außerordentlich bedauerlich, dass gerade die Ärzte, die doch Tag für Tag das unselige Elend unserer minderbemittelten Bevölkerung sehen, in ihrer überwiegenden Mehrheit heute noch den reak­tionären Parteien angehören. Das ist für mich stets ein Problem gewesen, das ich kaum habe verstehen können."

Andreas Valentin Knack, auf dem SPD-Parteitag 1920

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Johann Christoph Neve (1844-1896), Teil 2

Anarchistische Praxis. Aus Neves Briefen an Victor Dave 1885 bis 1887

Der frühe deutsche Anarchismus zeigte viel individuellen Tatendurst und war dennoch vor allem textlastig. Ihm fehlte der gewerkschaftliche Boden der anglo-amerikanischen oder die örtliche Verwurzelung der südeuropäischen Anarchisten. Neve wollte diese Mängel überwinden. Insofern lohnt es sich, ihn bei seinen Handlungen zu begleiten, seinem „daily work“ sozusagen. Und ihn dabei selbst zu Wort kommen zu lassen, durch Zitate aus seinen Briefen an seinen engsten Freund und Vertrauten, den Belgier Victor Dave, der nach Most`s Weggang zum politischen Zentrum des „Freiheit“-Netzwerks in London geworden war. Diese Briefe sind bislang kaum ausgewertet worden, vermutlich nur von Rocker und Nettlau, möglicherweise auch von Becker, aber von allen genannten nicht wirklich gründlich.

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