25 km altweibersommer

neue wege auf der elbinsel

Text: džessika

Veröffentlicht: Oktober 2015

Dieser Bericht liefert ein Blitzlicht auf eine der faszinierenden Hamburger Zwischenwelten, von denen es so viele gibt. Die Autorin hat ihre Fahrt im Norden begonnen, da sie in Winterhude wohnt. Von Harburg lässt sich diese Tour natürlich auch von Süden aus machen. Der Vorteil dabei: Man kann einen Abstecher zum Portugal-Ladenimbiss in der Jaffestraße machen, wo Würste für einen deftigen Herbst-Eintopf und ein herrlicher Aquardente für danach zu haben sind.

 

vom schönen winterhude zum hauptbahnhof – alltagsstrecke nicht der rede wert

aber dann:

hinter den deichtorhallen auf die hochwasserschutzanlage geschwuppt

den großmarkt in seiner ganzen 50er jahre pracht von hinten gesehen

und gar nicht weit das holiday inn als einzelner solitär.

ein lang vermisster, reich genutzter radweg,

direkt zu den elbbrücken.

diesige sonne überm hafen –

hamburgs neue skyline mit elbphilharmonie.

schnell weiter.

auf der veddel kurzer stop beim limo-kiosk,

rauchpause dann beim auswanderer-museum.

das internet befragt

juhu! heute cafe in der wilhelmsburger mühle.

brauch ich nicht viel zu sagen:

is ja ausgeschildert.

mitten im einfamilienhäuserglück versteckt

erhebt sie sich und dreht sich sogar.

kürbis- und rosinenbrot gekauft, weil es roch so gut nach rosinenbrot.

dann in die mühle – rentnerparadies, landfrauenliebe, sahne, teig, obst der saison.

es fehlten nur die enkelkinder.

aber auch rentner können laut sein.

zum verdauen wieder weiter.

durchs urbane wilhelmsburg.

hochhäuser, bürgerhäuser, ein sich entwickelnder latte macchiato strich.

doch dann: spreehafen.

schon wieder ein neuer radweg.

entlang der ehemaligen freihafengrenze.

ein stück zaun ist stehengeblieben und rostet.

über die eisenbahnbrücke über die elbe

im tunnel unter den gleisen durch

dann mitten in der für radfahrer nervigsten dauerbaustelle – hafencity.

durch eine abenteuerliche baugrube gekämpft und doch die letzte elbbrücke gefunden.

dann nochmal hinterm großmarkt längs, weils so schön war.

und vom hauptbahnhof zurück ins lehrerviertel.

 

Anmerkungen:

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