Frische Themen

Die radikale Linke in Harburg-Wilhelmsburg

Nachtrag 2: Organisatorische Stärken und Schwächen, interne Fraktionskämpfe 1924-1931

2007 erschien das Buch „Die radikale Linke als Massenbewegung – Kommunisten in Harburg-Wilhelmsburg 1918–1933.“ Wie bei „die anderen“ nehmen wir den 10-jährigen Geburtstag des Erscheinens zum Anlass, über seitdem erzielte neue Aktenfunde und Erkenntnisfortschritte Bericht zu geben. Hier der zweite Nachtrag, der sich organisatorischen und fraktionellen Entwicklungen innerhalb der KPD zwischen 1924 und 1930 widmet. Beigeheftet ist die mittlerweile rund 760 Namen umfassende Liste der örtlichen KPD-Mitglieder bis 1933.

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Osteopath

Ein Zuggespräch, das ich nicht überhören konnte
CDU-Delegierte inTrinwillershagen, Nordvorpommern, nach der Nominierung von Angela Merkel als Direktkandidatin zur Bundestagswahl 2005

Auszüge aus den Gesprächen von Hannoveraner Arztgattinnen bzw. Ärztinnen im Zug von Hamburg nach Lübeck, Ende September 2008

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Witzwort und der erste Weltkrieg

200 Postkarten an die Schwestern Wilstermann
Soldatenpostkarte Bove 1. Weltkrieg

Im Witzworter Dorfarchiv gibt es einen besonderen Bestand zum 1. Weltkrieg: über 200 Postkarten, die Soldaten aus dem Krieg an die Schwestern Wilstermann schickten. Die beiden Töchter des Witzworter Gastwirts Ferdinand Wilstermann und seiner Frau Emma, geborene Lindemann, waren Margarete (genannt Grete), geb. 1895 und Magdalene (genannt Magda), geb. am 31.12.1898. Beim diesjährigen Dorfabend am 23. Februar 2018 präsentierten Mitglieder der Witzworter Archivgruppe diesen Text.

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Lagerhaft für „Politische“

Berichte des Wilhelmsburgers Wilhelm Kors und des Heimfelders Christoph Hirthe

Aus Kors' Bericht wurde bislang nur ein kurzer Auszug in „die anderen“ übernommen, Hirthes Text war bis vor kurzem unbekannt. Beide Texte sollen hier nun komplett veröffentlicht werden. Gleich drei gute Gründe sprechen dafür. Erstens spiegeln die Texte Erlebnisse und Motive sogenannter einfacher Parteimitglieder wider, deren Wirkungskreis nicht weit über ihren Arbeitsplatz oder ihr unmittelbares Wohnumfeld hinausging. Zweitens zeigen sie nüchtern und detailliert, was politische Haft unter den Nazis bedeutete. Und drittens illustrieren sie eine Harburger Spezialität: Beide Berichterstatter gehörten zu der nicht kleinen Gruppe Sozialdemokraten, die in dieser Stadt Teil des kommunistischen Widerstandes wurden.

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Gebrochenes Leben

Durch die Gestapo erzwungener Verrat

Es gab mindestens 2.500 von den Nazis politisch und rassistisch verfolgte Harburger und Wilhelmsburger, darunter mindestens 350 Ermordete. Und 15.000 Zwangsarbeiter in den örtlichen Betrieben, die Zahl ihrer Toten unbekannt. Untrennbar damit verbunden sind Denunziationen durch politische Gegner, verhetzte Nachbarn und Kollegen, oft auch aus eigennützigen Motiven. Aber auch Verrat aus den eigenen Reihen, zumeist unter Folter erzwungen. Wir wissen heute über die Umstände und Ausmaße einiger Harburger Verratsfälle recht gut Bescheid. Im Folgenden sollen zwei neu entdeckte Fälle beleuchtet werden, von denen einer am Ende vielleicht doch keiner war...

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Die Anhörung

Ein Tag im Niemannsweg 220

Anhörung nach § 25 Abs. 1 AsylG: Die Person muss selbst die Tatsachen vortragen, die ihre Furcht vor Verfolgung oder die Gefahr eines ihr drohenden ernsthaften Schadens begründen, und die erforderlichen Angaben machen. Zu den erforderlichen Angaben gehören auch solche über Wohnsitze, Reisewege, Aufenthalte in anderen Staaten und darüber, ob bereits in anderen Staaten oder im Bundesgebiet ein Asylverfahren eingeleitet wurde oder durchgeführt wird beziehungsweise wurde.

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Testbild

Diamonds And Rust

Manchmal hakt eine Geschichte. Fragen tauchen auf, neue Quellen sind zu befragen. Neue Funde erhöhen die Bedeutung des Themas. Historikerethos: Emotionen kontrollieren. Die Potentiale ausschöpfen. Nicht plaudern, sondern die bestmögliche Erkenntnis anbieten. Bis dahin: Sendepause. Sendepause hieß früher Testbild. Eine gute Tradition: Unterlegt war eine Tonspur. Für die Unterhaltung einstweilen. Das mach ich jetzt auch.

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Witzwort in der NS-Zeit

Machtergreifung, Alltagsrepression, Ausbeutung von Zwangsarbeitern

Wie in vielen Dörfern Schleswig-Holsteins klafft auch in Witzwort eine eigentüm­liche Lücke: Es gibt keine gemeinsame Rückerinnerung an die von nationalsozia­lis­tischer Herrschaft geprägten Lebensbedingungen und Ereignisse der Jahre von 1933 bis 1945. Die 1983 erschienene Chronik überliefert uns großen Detailreichtum, über die genannten Jahre geht sie schweigend hinweg. Auch andere Berichte, Zeugnisse, Erinnerungshilfen fehlen. Mit den im Folgenden vorgestellten Streiflichtern auf Witzwort in der NS-Zeit soll ein Anfang gemacht werden, dies zu überwinden.

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kleine bänke auf dem Harburger Friedhof

Freundlicher Hinweis auf eine aussterbende Art

Ich bin eine eifrige Besucherin des Harburger Neuen Friedhofs. Bei einem Spaziergang über das Gelände entdeckte ich kleine bänke, die über den Friedhof verstreut zu finden sind. Die Friedhofsverwaltung ersetzt sie nach und nach durch plumpe, gewöhnliche Kunststoffbänke. kleine bänke sind also als Art akut vom Aussterben bedroht. Dieser Artikel soll helfen, sie zu retten.

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Zwischendurch mal was ganz anderes: Island

Eine kurze Reisenotiz

Norddeutscher, der ich bin, will ich mit Kopf und Bauch ins südliche Europa, und mit dem Herz nach Norden. Island war für mich bislang terra incognita. Aber nach zahlreichen Besuchen in Finnland, Dänemark, Schweden, Norwegen und Schottland wurde die Erfahrungslücke immer fühlbarer. Der aktuelle, unterschwellig wirksame Tourismus-Hype um die Insel machte willig. Als meine Nichte mit Freund nach Island zog, war der Reiseentschluss nicht mehr zu unterdrücken.

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